Neue Notunterkunft in Neuhaus

Kurzfristig kamen 102 Flüchtlinge in den Landkreis. Bis zum Schuljahresbeginn kommen sie noch in Neustadt unter. Dann beziehen sie zwei neue Gebäude in Neuhaus. Bild: Huber

Tausende Flüchtlinge waren am Wochenende nach Deutschland eingereist. Viele wurden auf die Oberpfalz verteilt. 102 von ihnen kamen in die Gymnasiumsturnhalle. Bis zum Schuljahresbeginn soll die Notunterkunft nach Neuhaus verlagert werden.

Gegen 10 Uhr am Samstag meldete sich die Regierung der Oberpfalz beim Landratsamt: Zwei Busse mit Flüchtlingen würden in den Landkreis kommen. Ein eigens eingerichteter "Krisenstab Asyl" mit Mitarbeitern aus dem Landratsamt, unter anderem mit Dr. Alfred Scheidler von der Abteilung "Kommunale und soziale Angelegenheiten", ist ständig telefonisch erreichbar. Etwa eine Stunde nach dem Anruf kamen die Busse an. 15 Helfer aus dem Landratsamt und zwei Ärzte vom Gesundheitsamt halfen, die Flüchtlinge zu untersuchen und zu registrieren. Viele Helfer des BRK unterstützten. Aktuell sind mit den Neuankömmlingen 154 Personen in der Gymnasiumsturnhalle untergebracht.

Nichts überrascht mehr

Bei den 102 Asylbewerbern handelt es sich überwiegend um Familien aus dem Irak und Iran. Nach ihrer Ankunft in München waren sie sofort auf die Busse verteilt und in den Landkreis weitertransportiert worden. Ihre Ankunft ist nach Aussage des stellvertretenden Pressesprechers Reinhard Schmid "extrem kurzfristig", aber nicht wirklich überraschend gewesen. Scheidler hatte über das Wochenende die Medienberichte verfolgt. Somit hätte er bereits mit einer Ankunft von weiteren Flüchtlingen gerechnet. Ob oder wann weitere kommen, könne keiner beurteilen. "Zurzeit überschlagen sich die Ereignisse. Keiner kann sagen, was morgen passiert", sagt Pressesprecher Schmid. Bis zum Schuljahresbeginn soll die Dreifachturnhalle wieder voll dem Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehen. Etwa ein Drittel der 154 Flüchtlinge soll in der Stützelvilla in Neuhaus bei Windischeschenbach unterkommen. Für die restlichen etwa 100 Menschen wird gerade eine Gewerbehalle im Neuhauser Neubaugebiet umgebaut.

Diese auf drei Jahre befristet angemietete Halle wird derzeit mit den erforderlichen Sanitäreinrichtungen und Feldbetten ausgestattet. Bis zum 15. September muss alles fertig sein. "Wir sind ein bisschen am Rotieren", sagt Schmid. Die Umbauarbeiten laufen auf Hochtouren. So schnell wie möglich sollen die Asylbewerber dann aus den Massen- auf dezentrale Unterkünfte verteilt werden.

Turnhallen nur vorerst frei

Damit hat das Landratsamt kurzfristig eine Alternative zur Realschul-Turnhalle in Neustadt gefunden, in der die Erstunterkunft zwischenzeitlich geplant war. Diese steht vorläufig nicht mehr zur Diskussion, meldet das Landratsamt. Die derzeit gefundenen Lösungen würden jedoch auf den aktuellen Flüchtlingszahlen im Landkreis beruhen. "Sollten sich diese dramatisch nach oben erhöhen, so kann nicht völlig ausgeschlossen werden, dass zur Notunterbringung gerade in den Wintermonaten kurzfristig doch wieder in Turnhallen oder andere geeignete größere Einheiten ausgewichen werden muss", meldet das Landratsamt.

Die Gewerbehalle in Neuhaus und die Stützelvilla würden sich hervorragend als Ausweichlösung eignen, sagt Andreas Meier. Die Zeit habe gedrängt. Der Landrat bedankt sich bei Bürgermeister Karlheinz Budnik und der Stadt Windischeschenbach für die hervorragende Zusammenarbeit und das Verständnis.
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