Neustadt bezahlt Lehrgeld

DJK-Aufbauspieler Tobias Merkl (rechts) bekam in vielen Zweikampfsituationen gegen die Nürnberger die härtere Gangart in der höheren Spielklasse zu spüren. Seine Verletzung, durch die der bis dahin beste Werfer der Neustädter nicht weitermachen konnte, geschah jedoch ohne Fremdverschulden. Bild: A. Schwarzmeier

In eigener Halle die Punkte gegen einen Mitaufsteiger verloren und dazu noch zwei Spieler, auf die das Team zunächst verzichten muss - das Ligadebüt der Neustädter Basketballer am Samstag gegen Post SV Nürnberg hätte sicher besser laufen können. Doch es gab auch viele Lichtblicke.

Die DJK ist in der Regionalliga angekommen. Die 77:85 (45:40)-Niederlage der Neustädter in ihrer ersten Regionalliga-2-Begegnung überhaupt zeigt deutlich auf, woran das Team noch arbeiten muss. Es ist die Addition vieler Kleinigkeiten, die zu der vermeidbaren Niederlage führen. Kleinigkeiten, die man sich auf diesem Niveau nicht erlauben kann. Nürnberg deckt sie auf.

Die schnellen SV-Guards setzen ihre Gegenüber Tobias Merkl und Terrence Gibson unter immensen Druck. Dabei ziehen sie alle Register, Nickeligkeiten inbegriffen. "Nürnberg hat teilweise sehr unsauber gespielt und bewusst Fouls in Kauf genommen, um uns aus dem Rhythmus zu bringen. Das ist ihnen durchaus gelungen", stellt auch DJK-Coach Uwe Glaser fest.

Viele kleine Fehler

Unnötige Ballverluste, Unkonzentriertheiten im Defensiv- und Reboundverhalten und allen voran die fatale Freiwurfquote (15 von 37) der DJK bestätigen die Gäste in ihrer Taktik. Für den Coach nicht überraschend: "Wir müssen uns halt daran gewöhnen, dass wir schneller spielen müssen und auch daran, dass härter gespielt wird und nicht jeder Kontakt mehr gepfiffen wird." Neustadt hält aber auch dank der starken Ondrey Stych und Jonas Meißner sowie einer guten Quote jenseits der Dreier-Linie dagegen. Es reicht für eine knappe 45:40-Führung zur Halbzeit.

Doch der Abnutzungskampf fordert seinen Tribut. Der erkältete Topscorer Tobias Merkl (bis dahin 15 Punkte) verletzt sich Mitte des dritten Viertels ohne Gegnereinwirkung am Sprunggelenk und kann nicht weiterspielen. Kurz darauf führt ein emotionaler Moment des - ständig hart behakten - Terrence Gibson zu dessen Disqualifikation. Mit den foulbelasteten Stych und Meißner, die zunächst auf der Bank Platz nehmen, fehlen dem Team die Führungsspieler. Nürnberg zieht davon.

Auch wenn es an diesem Tag letztlich nicht zum Sieg reicht, stimmen die Ansätze positiv. Max Tomaszek, der von Glaser spät gebracht wird, setzt noch einige Akzente. Auch die jungen Spieler liefern in den Schlussminuten einen mitreißenden Kampf. Besonders Constantin Ponfick (15 Punkte/4 Dreier) - der ein sehr starkes Debüt gibt - und Jevon Perschnick überzeugen.

Die erfahreneren Nürnberger bleiben jedoch nervenstark. Auch wenn das DJK-Team sich zwischenzeitlich auf 61:63 herankämpft, verhindert die eigene Abschlussschwäche ein Happy End. "Wir müssen weiter an unseren Automatismen arbeiten. Zum Teil haben wir den Ball nicht mehr gut bewegt und es so Nürnberg relativ leicht gemacht", fordert Glaser, der in den nächsten Spielen wohl auf Tobias Merkl verzichten muss. Doch Lob gibt es auch: "Trotz der Niederlage muss ich meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Sie hat gezeigt, dass sie mithalten kann und hat die Rückschläge gut weggesteckt", so der Coach: "Wir haben dieses Mal einfach Lehrgeld bezahlt."

DJK: T. Merkl (15 Punkte/3 Fouls), Ponfick (15/4), Meißner (9/5), Stych (11/3), Saro (7/2), C. Sailer (6/3), Tomaszek (4/4) Gibson (4/5), Hickman (3/0), Perschnick (2/2), Kuchinka (1/1) und Pöss.
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