Neustadts Coach Uwe Glaser vor dem Spiel gegen Weiden
Ein Duell mit der Vergangenheit

Uwe Glaser erwartet zwischen den Lokalrivalen DJK Neustadt und Coocoon Baskets Weiden ein intensives Spiel. Bild: A. Schwarzmeier
Jedes Derby hat seine Geschichten. Doch kaum ein Beteiligter kann sie aus beiden Blickwinkeln erzählen. Uwe Glaser ist einer davon. Wenn am Samstag in der Neustädter Gymnasiumhalle die Basketballer der DJK Neustadt und der Weidener Coocoon Baskets zum Topspiel in der Bayernliga Nord aufeinandertreffen ist es für ihn nicht nur das Duell des Tabellenzweiten gegen den -vierten, es ist auch die Begegnung mit seiner Vergangenheit.

Glaser (49) - seit Saisonbeginn Trainer in Neustadt - war von 2003 bis 2005 und von 2006 bis 2010 Übungsleiter im wenige Kilometer entfernten Weiden. Damals mit (Halb-)Profis in der zweiten Liga und in der Regionalliga, heute mit einem sehr jungen DJK-Team - der Jüngste, Moritz Bär ist 15 - fast ausschließlich mit Eigengewächsen in der Bayernliga. Ein riesiger Unterschied in der Herangehensweise und im täglichen Arbeiten?

"Es ist nicht vergleichbar", erläutert der 49-Jährige und denkt zurück: "In den ersten zwei Jahren in Weiden war es paradiesisch. Es waren die besten Voraussetzungen mit einem Kader aus 14 Spielern. Später hatte ich nur 7 oder 8 und habe Spiele nur mit 5 Akteuren bestritten." Bei seinen aktuellen Schützlingen kann der Bayreuther naturgemäß nicht so viel voraussetzen. Das spielt für den Coach jedoch keine Rolle: "Der größte Unterschied zu dieser Zeit ist, dass ich mich extrem weiterentwickelt habe." Als er 2011 das Jugend-Bundesliga-Team in Bayreuth übernahm, habe sich der Coach Uwe Glaser gewandelt. "Ich hatte zuvor mit Jugendbasketball nicht viel zu tun und musste mich umstellen." Nun hat sich der Vater von sieben Kindern (10 bis 24 Jahre) - von denen drei Buben und eine Tochter Basketball spielen und eine weitere Handball -, der Weiterentwicklung von Talenten verschrieben. So kam es zur Zusammenarbeit mit der DJK. Aktuell drei und insgesamt bereits sechs Neustädter Talente spielen parallel in Glasers JBBL-Team. "Es ist ein interessantes Projekt, dass ich gerne weiterführen möchte", so der Coach.

Läufer am Spielfeldrand

Er selbst spielt zu seinem Leidwesen nur noch selten Basketball. "Ich habe an vier Tagen Training mit der JBBL und ein, zwei Mal in Neustadt. Da bleibt keine Zeit für regelmäßige Termine", bedauert Glaser, der zuletzt in der Bezirksoberliga für die dritte Bayreuther Mannschaft auflief. "Deshalb laufe ich." Das macht der 49-Jährige auch gerne am Spielfeldrand. Gegen Weiden wird er wohl einige Kilometer mehr als üblich zurücklegen. "Das Spiel ist völlig offen, auch taktisch, weil jeder Spieler heiß laufen kann. Es gibt keinen Favoriten."

Immer wieder überraschend ist für den Trainer die Rivalität der Vereine, die am Samstag um 18 Uhr erst zum zweiten Mal offiziell aufeinandertreffen. Hier wird der Blick eines Coaches, der beide Seiten kennt, global: "Die Gegend hat genügend Talente, ein Regionalligateam zu tragen. Aber nur gemeinsam."
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