Noch keine heiße Spur

Bis zu 40 Beamte ermittelten am Wochenende wegen eines Brandes in einer Asylbewerberunterkunft in Neustadt, ob es sich womöglich um einen Anschlag handelt. Bild: Steinbacher

Das Thema Flüchtlinge bleibt heiß: In Neustadt werden stündlich neue Asylbewerber erwartet. Was den möglichen Brandanschlag betrifft, gibt es laut Polizei zwar noch keine neuen Erkenntnisse. Die Staatsanwaltschaft Weiden geht allerdings von einer versuchten schweren Brandstiftung aus.

Claudia Prößl hatte sich das vergangene Wochenende freigehalten. Die Pressesprecherin des Landratsamtes rechnete mit der Ankunft neuer Asylbewerber in Neustadt. In der im Notfallplan vorgesehenen Turnhalle waren zwischenzeitlich bis zu 170 Fremde untergebracht. Aktuell sind es noch 60. Andere Kommunen sind mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert.

Deshalb trafen sich am Montagnachmittag Landräte und Oberbürgermeister aus der Oberpfalz sowie Vertreter der Regierung auf einem von Amberg-Sulzbachs Landrat Richard Reisinger initiierten Asyl-Gipfel in Regensburg. Laut Andreas Meier sprachen die Beteiligten hauptsächlich über Finanzierungsmöglichkeiten und welche Objekte angemietet werden könnten. Er betonte allerdings auch, dass richtungsweisende Entscheidungen gestern nicht gefallen seien.

Landrat sucht Alternativen

Meier ist auf der Suche nach einer Alternativ-Unterkunft für die Flüchtlinge, die in der Gymnasium-Turnhalle untergebracht sind. 200 Plätze muss der Landkreis zur Verfügung stellen. In der Realschule, die im Gespräch ist, könnten nur 100 Menschen Platz finden. Deshalb betont Meier: "Wir streben eine Gesamtlösung an." Zwar seien ihm Grundstücke und Objekte angeboten worden. Allerdings müssen einige Aspekte erfüllt werden wie eine Kochstelle, Duschmöglichkeiten oder Sanitäranlagen. Eine kurzfristige Lösung gibt es deshalb nur, wenn ein geeignetes Gebäude zur Verfügung steht.

Wegen des Brandes in einer Asylbewerberunterkunft (wir berichteten) gibt es laut einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberpfalz "trotz umfangreicher Ermittlungen noch keine Klärung". Eine "in der Spitze 40-köpfige Ermittlungsgruppe 'Krone'" tritt momentan auf der Stelle. Selbst die Frage, wie und von wem der Brand entdeckt wurde, sei noch offen. Hinweise auf die von einem Bewohner geschilderten möglichen drei Tatverdächtigen, die geflüchtet sein sollen, gibt es noch nicht. Der Brandverständige des Bayerischen Landeskriminalamtes könne erst nach dem Abschluss der Untersuchungen eine Aussage treffen, ob mögliche Brandlegungsmittel oder Brandbeschleuniger benutzt worden waren. In der Pressemitteilung heißt es allerdings auch: "Die Staatsanwaltschaft Weiden geht derzeit von einer versuchten schweren Brandstiftung aus."

Polizei hofft auf Hinweise

Die Ermittlungsgruppe fand heraus, dass es nahe der Unterkunft bereits in der Nacht vom 19. auf 20. August zur Ruhestörung gekommen war. "Möglicherweise haben die nächtlichen Besucher gemeint, nach wie vor eine Gaststätte vor sich zu haben. Diese Personen sind wichtige Zeugen. Sie werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei Weiden in Verbindung zu setzen." Die Polizei hofft weiter auf Hinweise: Telefon 0961/401290.
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