Oberpfalzverein bietet besondere Veranstaltung an
Leben mit dem Tod

Das Brustbild des heiligen Sebastian, Patron gegen die Pest, getragen vom Tod als Knochenmann, stellte der Neustädter Maler Matthias Götz 1747 in der Dreifaltigkeitskirche am Neustädter Friedhof dar. Es soll nach überstandener Pest an die Vergänglichkeit des Menschen erinnern. An die gedenkt auch der Oberpfalzverein am Montag, 16. November, mit einer außergewöhnlichen Veranstaltung zum Leben mit dem Tod. Bild: prh
Es gibt wohl kaum einen anderen Monat als den November, in dem uns die Vergänglichkeit des Lebens derart bewusst wird. Die Menschen gedenken an Allerheiligen der Toten und die Natur stirbt in den Winter hinein. Mit dem "Leben mit dem Tod" beschäftigt sich im Jahr des Grabes auch der Oberpfalzverein Neustadt am 16. November mit einer außergewöhnlichen Veranstaltung.

Friedhof großes Museum

"Wie gehen wir mit dem Sterben und dem Tod um?" Dieser Frage widmet sich Dr. Susanne Kreuzer, Leiterin der Palliativstation, in ihrem Vortrag um 18 Uhr in den Räumen der Ambulanten Krankenpflege Neustadt im ehemaligen Pfarrsaal in der Fröschau. Anschließend führt Stephan Schmid durch die neuen Räume seines Bestattungsunternehmens. Dort findet ein Lichtbildervortrag von Alfred Spachtholz über den Neustädter Friedhof statt. Ernst Umann, Organisator der Veranstaltung und Vorsitzender des Oberpfalzvereins, sieht in der Neustädter Begräbnisstätte eine "lebendige, kulturelle Chronik, ein steinernes Gedächtnis unserer Stadt". "Der Gottesacker zur St. Dreifaltigkeit ist mit seinen Grabdenkmälern wie ein Buch, das eindrucksvoll den Weg unserer Stadt durch die Jahrhunderte aufzeichnet", erklärt er. Bei einer Fläche von zwei Hektar sei er ein großes Museum. Umann sieht aber dieses einzigartige Erbe gefährdet, denn vielen Grabstätten drohe der Verfall oder die Auflösung und so ihr Verschwinden für immer.

Mit der Veranstaltung will der Oberpfalzverein auf diesen Zustand aufmerksam machen. Spachtholz setzt den Gottesacker in einem Bildervortrag in Szene. Der Eintritt ist frei, Spenden für die Palliativstation willkommen. Die Veranstaltung ist auf 40 Personen begrenzt, da es im Pfarrsaal und im Bestattungsunternehmen nicht mehr Plätze gibt.
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