Oh, Weiher

Selbst gebürtige Neustädter wissen nicht, dass sie das Areal um die beiden Sailer-Weiher in der Gramau uneingeschränkt nutzen können. Die Stadt will es attraktiver machen. Jetzt, wo die Anlieger endlich trockene Keller haben.

Ruhig ist es im Siedlungsgebiet unterhalb der Tirschenreuther Straße. Vögel zwitschern, die Sonne spiegelt die Fassaden der Gebäude in der Gramaustraße auf der Wasseroberfläche. Doch die Bewohner dieser beiden Mehrfamilienhäuser hatten mit dem unteren Sailer-Weiher vor vier Jahren nur Ärger. Wasser drang in die Keller ein, der Teich war schlammig und unansehnlich.

Bürgermeister Rupert Troppmann gibt zu, dass vor vier Jahren ein erster Versuch, dies zu ändern, gescheitert ist. Der Uferdamm sollte befestigt, Bäume entfernt und der Teich entlandet werden. "Das hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht." Vor zwei Jahren unternahm die Stadt mit Unterstützung des Kreisfischereivereins den zweiten Anlauf. Für 20 000 Euro wurde der Damm verbreitert, mit Granit und Lehmboden verdichtet und ein neuer Ablauf gesetzt. Seitdem sind die Keller nicht mehr feucht. Schuld an dem Problem waren vor allem zwei mächtige Weiden, deren Wurzeln bis in den Ablauf hineingewachsen waren. Das Bauhof-Team um Johannes Neumann hat sie herausgerissen und stattdessen vier Obstbäume gepflanzt, deren Wurzelgeflecht nicht so ausgreift.

Nun ist zwischen den beiden Weihern Rasen angesät. Eine Bank lädt zu einer Pause mit Blick auf Grün und Wasser ein, eine zweite soll demnächst aufgestellt werden. "Viele Leute denken, dass hier ist alles privat, aber da kann jeder hin", schwärmt Troppmann von dem "wunderschönen Fleckchen zwischen alter und neuer Gramau".

Fischer als Betreuer

Er freut sich auch, dass der Kreisfischereiverein die beiden Gewässer samt Umfeld gepachtet hat. "Dann brauchen wir uns nicht darum zu kümmern." Die Angler mähen das Gras, fischen Laub aus dem Wasser und halten das Gelände sauber. Den oberen der beiden Weiher betreuen sie bereits seit 1998, den unteren ab diesem Jahr. "Wir wollen dort Karpfen und Schleien für andere Gewässer züchten", sagt Kassier Helmut Stelzer. Um darauf anzustoßen, gab Bauhof-Chef Johannes Neumann eine runde Fischsemmeln samt hochprozentigem Wasser aus.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.