Pazifistischer Stier und Toreros

Mit "Ferdinand der Stier" entführte die Theatergruppe der Grundschule das Publikum bei zwei Aufführungen nach Spanien, in das Land der Toreros. Angesichts der Temperaturen in der Grundschulturnhalle brauchte es nicht viel Fantasie, um sich in eine Stierkampfarena zu versetzen.

Die Theaterspieler um Regisseurin Christine Langhammer hatten vorgesorgt und auf jeden Platz selbstgebastelte Fächer bereitgelegt. Ferdinand, oder auch Fernando (gespielt von Jonas Gollwitzer), ist ein prächtiges Exemplar von Stier, der sich aber nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt und am liebsten unter einer Eiche bei den Blumen liegt. Einige Toreros (Jasmin Meier, Laura Weimann, Amelie Bletsch, Max Ebenburger), die Ferdinand bei seinem Züchter begutachten, lassen sich nicht recht für hohe Kaufgebote erwärmen.

Ferdinand will nicht kämpfen

Wie es der Zufall so will stechen just in dem Moment, in dem die Verkaufsverhandlungen laufen, ein paar Bienen den Stier Ferdinand. Der wird davon so richtig rasend. Das wiederum bringt neuen Schwung in die Verkaufsverhandlungen. Die Stierkämpfer überbieten sich regelrecht und am Ende muss das Los entscheiden. Starstierkämpfer Domingo hat das vermeintlich große Glück. "Haben Sie denn wirklich keine Angst vor dem wütenden Koloss", fragt ein Reporter (Jakob Engel) im Stadion vor dem großen Kampf. Domingo gibt sich gelassen. Womit er nicht gerechnet hat: Ferdinand riecht auch in der Arena lieber an Blumen, als dass er auf Domingo losgeht. Nachwuchsstierkämpfer versuchen Ferdinand zu provozieren, Domingo piekt ihn mit seinem Degen. Keine Chance - Ferdinand will nicht kämpfen. "Ein Reinfall." "Dafür haben wir Eintritt bezahlt?" "Eine Frechheit." Die vom Reporter befragten und enttäuschten Zuschauer echauffieren sich. Eine Arenabesucherin zeigt sich aber etwas nachdenklicher: "Wissen Sie, von diesem Ferdinand habe ich heute etwas gelernt: wie man einen sinnlosen Kampf verhindert." Der wütende Domingo reklamiert den pazifistischen Stier beim Händler und bekommt sein Geld zurück. Und Ferdinand ist bei seinem Züchter wieder glücklich. "Hier gefällt es mir am besten - unter der Eiche bei den Blumen."

Dribbel- und Laufparcours

Mit einer friedlichen Gesinnung komme man vielleicht besser durchs Leben, erklärte Konrektorin Christine Langhammer den pädagogischen Gedanken des Schauspiels. Für die Umsetzung hatte die ganze Schule zusammengeholfen. Hausmeister Helmut Götz als Verantwortlicher für Licht und Technik, Günther Langhammer, der die Kulissen gemalt hatte und natürlich die Musikgruppe von Rektorin Heike Merther, die mit "Samba olé" einen heißen Favoriten für den Sommersuperhit einstudiert hatte. Instrumentale Begleitung kam von Lehrerin Anna Wittmann am Klavier und der Flötengruppe von Christine Ertl. Geschicklichkeitsspiele, Dribbel- und Laufparcours galt es beim Schulfest auf dem Sportplatz zu bewältigen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.