Preisverfall zerstört Existenz

Milch und Fleisch werden weiter immer billiger. Der Preiskampf der Discounter bedroht zunehmend die Existenz der landwirtschaftlichen Betriebe. Dagegen protestierte nun am Mittwoch der Bayerische Bauernverband.

Die aktuellen Preisverhandlungen des Lebensmitteleinzelhandels mit der Fleisch- und Milchwirtschaft waren Anlass für eine Demonstration des Bauernverbands. Mitglieder trafen sich mit den beiden Kreisobmännern aus Neustadt und Tirschenreuth, Josef Fütterer und Ely Eibisch, auf dem Hof der Familie Radies in Störnstein.

An die Substanz

Der Preisverfall bei Milch, Fleisch, Getreide und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen führt dazu, dass viele Bauern mittlerweile vor existenzbedrohenden Problemen stehen. Kreisobmann Fütterer verdeutlichte die Notlage anschaulich: Einem Bauern, der im Monat 20 000 Kilo Milch produziere, fehlten bei einem Milchpreisverfall von 10 Cent je Kilo jeden Monat 2000 Euro. So seien die Landwirte gezwungen, mehr zu produzieren, um den enormen Ausfall zu kompensieren.

"Wir müssen mit der gleichen Arbeitskraft mehr Arbeit leisten. Das geht auch an die körperliche Substanz", klagte Fütterer. Hinzu komme, dass sich die monatlichen Ausgaben auf einem hohen Niveau bewegten. Betriebskosten sowie Versicherungen und Investitionen müssten bezahlt werden, auch wenn weniger Geld zur Verfügung stehe.

Mit Bedacht einkaufen

Sein Kollege Eibisch verwies auf die hohen Anforderungen, die an die Landwirte gestellt werden: "Wir sollen unsere Betriebe modernisieren und eine artgerechte Tierhaltung garantieren und trotzdem unsere Produkte zu Schleuderpreisen anbieten." Die Bauern, die in die Zukunft investierten, litten am meisten unter dem Preisdumping der Discounter.

Eibisch befürchtete, dass langfristig die Lebensmittel woanders produziert würden, da viele Bauern gezwungen seien, ihre Betriebe aufzugeben.

Der Vorsitzende der Milcherzeugergemeinschaft Weiden, Manfred Venzl, setzte auch bei diesem Punkt an. Er appellierte an die Discounter, die Preise angemessen zu erhöhen, aber auch an die Verbraucher, regional und mit Bedacht einzukaufen. "Es ist für uns nicht tragbar, auf Dauer zehn Cent unter den Entstehungskosten zu bleiben", erklärte der Flosser.
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.