Punk und Metal feiern Party

Von "Born To Be Wild" bis "Paranoid": Die "Bad Habits" machten Musik für Fans harter Riffs und rauen Reibeisenstimmen. Bilder: otj (2)

Classic und Heavy Rock im "Weißen Rößl": Die Bands "Bad Habits" und "Lightning Blast" ließen im Neustädter Traditionsgasthaus die Wände wackeln.

Classic und Heavy Rock im "Weißen Rößl", das klingt erst mal schräg. Aber das Beispiel Wacken überzeugt Jahr für Jahr Tausende davon, dass es gute Musik nicht nur in der in den Clubs der Metropolen zu hören gibt - großartig statt Großstadt. Am Samstagabend lieferten die Cover-Bands "Bad Habits" und "Lightning Blast" den Beweis.

Rau und ungeschliffen

Harte Gitarren und Reibeisenstimme mögen in Schlagerkreisen als schlechte Angewohnheit gelten, so gesehen trägt die Band "Bad Habits" ihren Namen zurecht. Fans lieben hingegen das Raue, Ungeschliffene. Für die drehte Sänger Stefan Lange gleich mal den Zündschlüssel um und gab mit dem Easyrider-Klassiker "Born To Be Wild" von Steppenwolf die Marschroute für den Abend vor.

Gitarrenlastig ging es mit der Southern-Rock-Hymne "Sweet Home Alabama", die der amerikanischen Band Lynyrd Skynyrd in den 1970er Jahren ihren Platz im Rock-Olymp gesichert hat. Auch der Wegbereiter der modernen Heavy-Metal-Szene fehlte nicht: "Paranoid" von Black Sabbath aus dem Jahr 1970 macht auch 35 Jahre später immer noch gewaltig Druck auf den Ohren.

Was bei einem anständigen Gitarrenabend natürlich auch nicht fehlen darf? Der kleine Bruder des Rock, der Grunge. Bei "Smells Like Teen Spirit" von Nirvana feiern in Neustadt Punk und Metal eine wilde Party. Es folgte eine kleine Verschnaufpause, der Sound wurde erheblich schmusiger, mit einem bewährten Klassiker aus dem Hause Bon Jovi: "Dead Or Alive".

Im fliegenden Wechsel enterte danach der zweite Act die Bühne: "Lightning Blast" haben schon in jungen Jahren ein enormes Repertoire an Hits aus allen Jahrzehnten im Gepäck: Led Zeppelin, Deep Purple, ZZ Top, The Kinks, Elvis oder Aerosmith, um nur einige zu nennen.

Wie ein Derwisch

Dem Motto des Abends legte die Band sofort los, als gäbe es kein Morgen. In atemberaubender Geschwindigkeit zelebrierten sie den "Ballroom Blitz" der Proto-Punk-Heroen von The Sweet. Dazu fegte Sänger Martin Hauer über die Bühne wie ein Derwisch.

Danach ging es zurück in die 1950er Jahre zu den Wurzeln des Rock'n'roll. Der Klassiker "Come On Everybody" von Eddie Cochran hatte tatsächlich nichts an seiner urwüchsigen Power und Dynamik verloren. Und auch als aus den Boxen "Living After Midnight" klang, hatte das Publikum noch lange nicht genug. Denn bis Mitternacht dauerte es noch ein wenig.
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