Regenbogen zum Teilen

Der aus dem Iran stammende Maler Seyed Naser Seddighi (Dritter von links) hat mit dem aus 48 Bildern bestehenden "Regenbogen" ein imposantes Gesamtwerk geschaffen. Unterstützt wurde er von seiner Familie. Die Ausstellung ermöglichten Bürgermeister Rupert Troppmann (links) und Ernst Umann (rechts), der Vorsitzende des Oberpfalzvereins. Bild: prh

Wer hat schon die Möglichkeit, ein Stück vom Regenbogen zu erwerben? Der iranische Künstler Seyed Naser Seddighi bietet genau das für einen guten Zweck an.

Sein monumentales Gesamtbild "Regenbogen" stellte er im Foyer des Rathauses aus. Das Werk setzt sich aus 48 einzelnen Bildern zusammen, die einzeln zu kaufgen sind. Vom Erlös will der Maler die beiden Neustädter Kindergärten unterstützen.

Es kostete schon einige Mühe, das imposante Gesamtwerk mit einer Fläche von drei mal vier Metern im Rathaus aufzuhängen. Doch die Mühe und vor allem die Arbeit des Künstlers haben sich gelohnt: Das Kunstwerk besticht durch eine große Auswahl abstrakter Formen und stimmige Farbgestaltung, die vom Schwarz des Universums ausgeht und farbenfroh und lebendig ins Licht bricht. Jedes Bild ist zusätzlich mit goldfarbenen Teilen von Buchstaben versehen, die beliebig zusammengesetzt werden können.

Zwei Tage, 48 Stunden

"Das Leben ist kurz, es sind nur zwei Tage, der gestrige und der heutige Tag", zitierte Ernst Umann, der Vorsitzende des Oberpfalzvereins bei der Vorstellung des Werks eine arabische Lebensweisheit. Im Zeitraum von 48 Stunden könne das Gestern noch verändert und das Heute neu bestimmt werden. Der Künstler habe 48 Stunden in 48 Einzelbildern zu einem Werk zusammengefügt.

Er zeige im abstrakten Stil die Vielfalt eines Lebens. Das beginne mit der allumfassenden Dunkelheit des Universums. Die Einsamkeit stelle Seddighi schwarz dar. In schimmernden Fluten drängten jedoch Formen und Farben aus der tiefen Dunkelheit der Leinwand nach vorne ins Licht. "Man spürt in seinen Darstellungen seine Sinnlichkeit zur Wahrnehmung". Diese Sinnlichkeit sei die Präsenz der Lebendigkeit, die in ihrer Vielfalt einem Regenbogen gleiche. "Dieses Naturereignis steht symbolisch für die Erneuerung und den Frieden."

Um den ging es auch Bürgermeister Rupert Troppmann, der sich besonders darüber freute, dass der iranische Maler bereits zum zweiten Mal im Rathaus ausstellte. Schon bei der ersten Ausstellung sei er stolz darauf gewesen, dass Neustadt bunt sei. "Durch einen bedauerlichen Vorfall kamen wir leider bundesweit negativ in die Schlagzeilen und wurden in Misskredit gebracht. Dies ist völlig unberechtigt", ärgerte sich der Rathauschef.

Der Künstler kenne die Neustädter und habe die Möglichkeit zur Schau im Rathaus gerne genutzt. Die Ausstellung diene einem guten Zweck. Jedes Bild kostet einzeln 90 Euro. Den Erlös stellt Seddighi den Kindergärten der Stadt zur Verfügung. Dafür verdiene er als Asylbewerber großen Applaus.

Gutes zu tun, ist dem Iraner ein Anliegen. Er sei sehr gläubig und drücke dies immer wieder in den Bildern aus. "Der Mensch hat zwei Hände. In eine Hand wird dir Hilfe gegeben, und mit der anderen Hand kannst du helfen", begründete er seine Motivation, in nur zwei Wochen dieses monumentale Werk zu schaffen. Da er hier lebe, könne er auch etwas Gutes tun. "Die Menschen, die die Bilder kaufen, bekommen dadurch ein Stück vom Regenbogen, ein Stück Glück." Alleine könne man nicht viel leisten, doch gemeinsam könne man Gutes tun.

Bis 25. November geöffnet

Ein Blick in den aufliegenden Plan zeigte, dass ein Teil der sehenswerten Bilder bereits bei der Vernissage verkauft wurde. Noch bis Mittwoch, 25. November, kann man sich anschließen. So lange ist das Gesamtbild zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses ausgestellt.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.