Regierungspräsident und Landrat besuchen Fotobuch.de und treffen dort einen ungewöhnlich ...
Erfolg ohne Politik

Landkreisrundfahrten sind für Regierungspräsident Axel Bartelt Routinesache. Für Landrat Andreas Meier auch. Firmenbesichtigung, Komplimente zwischen Unternehmern und Politikern und in jedem Wort Stolz, gemeinsam für die Oberpfalz zu arbeiten.

Nichts dergleichen am Mittwochvormittag bei "Fotobuch.de" im Gewerbegebiet Neustadt. Inhaber Werner Krachtus hatte die höchsten Beamten der Region am Kaffeetisch. Die fragten, was sie für den Mittelständler tun könnten. Die Antwort: "Nichts." Wie wäre es mit einem Rundgang durch den Betrieb? "Gibt eigentlich nichts zu sehen." Haben Sie von Förderungen profitiert? "Kein Kriterium." Warum sind Sie dann in Neustadt? "Hier ist es schön."

Krachtus hatte seine Besucher vorgewarnt, dass seine Meinung zu Standortfragen und Ansiedlungspolitik nicht repräsentativ ist. Der gebürtige Stuttgarter bedauert wie andere, dass es immer schwieriger werde, geeignete Softwareentwickler und Mediengestalter zu finden. Er sagte Meier und Bartelt aber klipp und klar, dass die nördliche Oberpfalz für solche Fachkräfte einfach nicht so attraktiv sei wie München oder Nürnberg. Und die Region habe nicht genügend eigene Spezialisten.

Meier nahm diesen Ball auf und verwandelte ihn in eine griffige Formel: "Wir müssen also die Qualifikation zu den Leuten bringen und nicht die Leute zur Qualifikation." Will heißen: Mehr Softwareingenieure und EDV-Fachleute vor der Haustür ausbilden. Denn haben die erst einmal einen guten Job in München, kommen sie nicht mehr zurück. "Das ist so, auch wenn dort das Leben mehr kostet", unterstrich Aufsichtsrat Ralf Barth.

Bei der Gelegenheit fiel Krachtus dann doch eine Bitte an die Politik ein. Bürgermeister und Landratsamt könnten doch helfen, neben Fotobuch.de verwandte Firmen wie eine Softwareschmiede oder eine Werbeagentur anzusiedeln. Das sei nicht so einfach, erklärte Meier. Die müsste man in Nachbargemeinden direkt abwerben. "Warum tun Sie das nicht?", fragte Krachtus. "Weil wir uns unter Bürgermeisterkollegen nicht gegenseitig schaden", stellte Meier klar. Emotionaler ging es beim Abstecher ins Kinderhaus "Gottfried Sperl" in Vohenstrauß zu. Das ist preisgekrönt für sein Konzept, Kinder ausgewogen und gesund zu ernähren. Im Gespräch mit einem Buben erfuhr Bartelt, dass Klassiker der internationalen Küche daraus nicht wegzudenken sind. Spaghetti sind einfach das Lieblingsessen vieler Vorschüler. (Hintergrund)
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