"Rumänienhilfe" sammelte 2014 rund 10.000 Euro an Spendengeldern
Hilfe ohne Brüssel

Über 10 000 Euro an Spendengeldern investierten Erna Hauer und ihre Helfer Hans Wolf, Ehemann Michael (von rechts) sowie Hermann Schmid (links), um in Rumänien Grundnahrungsmittel und Kleidung für Bedürftige zu kaufen. Bild: prh

Wo bleibt der Segen der EU für die Rumänen? Gelder versickern irgendwo, die Bevölkerung leidet noch immer Not. Davon ist Erna Hauer, der Motor der "Rumänienhilfe" der Katholischen Kirchenstiftung, nach wie vor überzeugt.

Seit 24 Jahren ist sie im Auftrag der Hilfsaktion unterwegs und hat 2014 rund 10.000 Euro an Spendengeldern in Form von Nahrungsmitteln und Kleidung für rumänische Kinder, Senioren und arme Familien investiert. Über eines kann sich jeder Spender sicher sein: "Jeder Cent kommt bei den hilfsbedürftigen Menschen an", versprach Hauer in ihrem Jahresbericht.

Für 3500 Euro kaufte die Neustädterin zum Beispiel 285 Paar Winterstiefel für Kinder. Außerdem transportierten ihre Mitstreiter 59 Kartons mit Kleidung, 10 mit Windeln, Betteinlagen und Lätzchen für ein Seniorenheim in das Karpatenland. Im April beförderte Karl Nagy 185 Paar Schuhe ins Kinderheim und gespendete Spezialgeräte für Augenuntersuchungen in die Augenklinik nach Brasov (Kronstadt).

Ferner versorgte die "Rumänienhilfe" Bedürftige mit neun Säcken voller Bett- und Nachtwäsche sowie ein Krankenhaus mit Verbandsmaterial. Eine internistische Arztpraxis habe ein neues Ultraschallgerät angeschafft und das alte für das Krankenhaus in Rupia gespendet. "Das Gerät kommt dort Tag und Nacht zum Einsatz, haben mir die Ärzte vor Ort bestätigt", freut sich Hauer.

Im Juli fuhr sie selbst mit Ehemann Michael, dem Ehepaar Hermann und Maria Schmid, Hans Wolf und Alexandra Ernstberger Richtung Südosten. Wegen Rückenschmerzen geriet die Reise für die Neustädterin aber zur Tortur. Doch die steckte Erna Hauer weg, denn eigentlich kann sie kaum etwas davon abhalten, Menschen zu helfen.

Im Gepäck hatte die Neustädterin 10.000 Euro, so viel wie noch nie. "Die Spendenbereitschaft in unserer Region ist groß. Warum sollten wir Geld auf der Bank horten? Es muss den Menschen helfen und keine Zinsen bringen." Von den Spendengeldern kaufte sie vor Ort überwiegend Grundnahrungsmittel und Kleidung für die beiden von ihr betreuten Kinderheime und ein Seniorenheim. Mit Geldspenden wurden auch drei Priester und eine Ordensschwester bedacht, die damit Menschen in ihren Pfarreien unterstützen. Besonders am Herzen liegt Hauer das Schicksal der 28-jährigen Elisabeth. Sie leidet an einem Gehirntumor und muss ein weiteres Mal operiert werden. Die Operation wird in Rumänien nicht bezahlt. Für die Neustädterin war es ein bewegender Moment, als sich die junge Frau bedankte und sich schämte, dass sie von der Hilfe nichts zurückgeben konnte.

Die Wohltäterin ist sich bewusst, dass sie immer nur punktuell helfen könne. Eine Besserung der Situation vor Ort sei auch weiterhin nicht in Sicht. Die Dankbarkeit der Menschen sei ihre Motivation. Auch heuer sind die Chancen gut, dass sie wieder Weihnachtspakete mit der Johanniter-Hilfsaktion schicken kann.
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