Sauberkeit hat ihren Preis

Architekt Georg Binner (Zweiter von links) erklärte den Mitgliedern des Bauausschusses, welche Tücken bei der Sanierung der Duschräume in der Mittelschule während der Sommerferien zu bewältigen waren. Bild: phs

Was vor und nach dem Turnunterricht ein absolutes Tabu ist, wagten die Mitglieder des Bauausschusses am Mittwochnachmittag. Sie betraten die nagelneuen Duschen in der Mittelschule mit Straßenschuhen. Die Stadträte wollten schließlich sehen, wofür sie 60 000 Euro ausgegeben haben.

Auf den ersten Blick fallen nur neue Kacheln, zwei Waschbecken und zwei Brausen auf. Teuer ist die Technik, die dahinter steckt, erklärte Architekt Georg Binner. Sanitärinstallationen, Brandschutz und zusätzliche Leitungen hätten die Kosten nicht gerade klein gehalten.

Doch die Stadt musste handeln. Die Novellierung der Trinkwasserverordnung hätte einen kleineren Eingriff nicht zugelassen. So muss bei Sanitärmaßnahmen in Schulen oder Sportheimen alles getan werden, um Legionellen zu vermeiden.

Diese Keime bilden sich in Leitungen, in denen das Wasser längere Zeit steht. Damit dies nicht geschieht, kommt automatisch aus den Duschköpfen und den Wasserhähnen alle 72 Stunden ein Strahl Wasser, wenn die Turnhalle nicht regelmäßig genutzt wird, etwa in den Ferien.

Wolfgang Schwarz (SPD) kennt das Problem als DJK-Chef. "Wenn man nichts macht, greift die Vorschrift nicht. Aber sobald man nur eine Schraube an der Leitung auswechselt, gilt die neue Trinkwasserverordnung." Wird sie nicht beachtet und jemand klagt, dass er sich eine Krankheit beim Duschen eingefangen hat, wird es eng. "Dann stehst du mit einem Bein im Gefängnis", weiß Schwarz.

Also blieb der Stadt nichts anderes übrig, als bei der Sanierung in die Vollen zu gehen. Ihr Pech war, dass beim Umbau der Duschen noch ein paar Unwägbarkeiten dazu kamen. Oberhalb eines Waschraums befindet sich die Schulküche. Als die Decke der Dusche hergerichtet wurde, zeigte sich, dass die Leitungen der Küche schon recht marode waren. Also mussten sie gleich mit gerichtet werden. Auch der Fußboden bereitete Kopfzerbrechen, erklärte Binner. Unter anderem war ein völlig neuer Aufbau mit Spezialestrich nötig. Also schnell wieder raus mit den Straßenschuhen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Mittelschule (11032)September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.