Schüler lassen sich nicht blenden

Gut geschützt verfolgten Schüler des Neustädter Gymnasiums mit selbstgebastelten Brillen die Sonnenfinsternis am Freitagvormittag. Bild: Schönberger

Einige Kinder setzten sich selbstgebastelte Brillen auf, andere mussten die Vorhänge im Klassenzimmer zuziehen. Die Schulen im Landkreis gingen am Freitag ganz unterschiedlich mit der Sonnenfinsternis um.

(mic/ck) Die Neustädter Gymnasiasten zeigten keine Angst. Der Kurs "Physik am Nachmittag" sowie die Klassen 5 c und 6 c haben in den vergangenen Tagen unter der Leitung von André Oppitz fleißig Schutzbrillen gebastelt. "Das Gestell ist aus Fotokarton", berichtet der Lehrer. "Ich bin der Meinung, dass wir dieses einmalige Erlebnis unseren Schülern nicht vorenthalten sollen. Die Schutzfolie haben wir extra bestellt." Die spezielle Astro-Solar-Folie stammt von einem Fachhandel aus Mammendorf in der Nähe von München.

"Sofi" für alle

Die Mädchen und Buben mussten sich allerdings die 150 gebastelten Brillen teilen. "Der Aufwand wäre zu groß gewesen, für alle 600 Schüler Brillen zu fertigen", sagt Oppitz. Dennoch hat das Gymnasium dafür gesorgt, dass alle die Sonnenfinsternis mitverfolgen konnten. Ein Teleskop übertrug Bilder an eine Wand im Pausenhof. Und wer sich gar nicht raus traute, hatte im Schulgebäude die Möglichkeit, das Geschehen per Livestream zu verfolgen.

Die Grundschule in Altenstadt/WN hatte sich dazu entschlossen, die Kinder am Vormittag nicht in den Pausenhof zu lassen. Auch die Vorhänge wurden vorsichtshalber zugezogen. "Einige Lehrer ermöglichten den Schülern, sich die Sonnenfinsternis am PC anzuschauen", erzählt Sekretärin Cornelia Scheidler. Natürlich sei es schön gewesen, das Schauspiel direkt zu verfolgen. "Doch Kinder sind neugierig und blinzeln. Und hinterher hat man den Schaden."

Ähnlich verhielt sich die Grundschule in Schirmitz, deren Schützlinge die Pause drinnen verbracht haben. "Wir haben uns im Vorfeld schon mit dem Thema beschäftigt", sagt Rektorin Renate Weiß. In Vohenstrauß blieben sämtliche Schüler während der Sonnenfinsternis in den Klassenräumen. Alfons Raab, Rektor der Pfalzgraf-Friedrich-Mittelschule teilte mit, dass das Thema im Unterricht ausreichend behandelt worden sei: "Wir haben den Schülern erklärt, wie man sich zu verhalten hat und welche Schutzmaßnahmen zu treffen sind." Am Vormittag blieben alle Mittelschüler in den Klassenzimmern. Die Lehrer sollten aufpassen, dass die Kinder durch die Fenster nicht in die Sonne schauen.

Kein großes Thema

Michael Raab, stellvertretender Schulleiter des sonderpädagogischen Förderzentrums, erklärte, dass die Schüler zwar zur Pause raus durften, "zu dem Zeitpunkt war aber noch nicht viel zu sehen". Bei den Kindern sei die Sonnenfinsternis kein großes Thema gewesen. In der Grundschule Vohenstrauß traf die Schulleitung einige Vorsichtsmaßnahmen. Eltern hatten schon vorher eine schriftliche Information erhalten. Die Schüler durften in der Pause nicht nach draußen gehen, und in den Klassenräumen wurden die entsprechenden Fenster verdunkelt.

Realschulrektor Dr. Andreas Meier überließ es den Klassenlehrern, ob sie mit den Schülern die Sonnenfinsternis im Internet verfolgen. Auch die Mädchen und Jungen, die sich Brillen angeschafft hatten, durften am Vormittag nicht raus.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/sofi2015
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