Schwerter gegen Polizisten

Zwei Samuraischwerter holte ein randalierender Neustädter von der Wand und bedrohte damit die Polizeibeamten. Doch damit nicht genug. Insgesamt beschäftigte er die Beamten die halbe Nacht.

Gegen 22.35 Uhr rief eine Frau die Polizei, weil ihr 32-jähriger Ehemann viel Alkohol getrunken hatte und immer aggressiver wurde. Wie die Polizei erst jetzt mitteilte, ereignete sich der Verfall bereits am Samstag.

Als die ersten Beamten in der Inneren Flosser Straße ankamen, hörten sie lautstarke Musik aus der Wohnung. Ihrer Aufforderung, diese abzustellen, kam der Mann nicht nach. Stattdessen schlug er mit dem Kopf die Tür einer Schrankwand ein.

Klingen geschliffen

Um es zu keinen Straftaten kommen zu lassen, wollten die Ordnungshüter den Mann in Gewahrsam nehmen. Als sie ihm dies erklärten, griff er plötzlich zwei etwa 50 Zentimeter lange Stichwaffen und bedrohte die Beamten damit. Erst später stellte sich heraus, dass es Samuraischwerter waren. Allerdings hatte der Neustädter die Klingen der Dekoschwerter geschliffen, so dass sie gefährliche Waffen waren.

Den Beamten gelang es allerdings, durch besonnenes Vorgehen und geschickte Gesprächsführung, die erhitzte Lage zu beruhigen. Sie verwickelten den aggressiven Mann in ein Gespräch, bis er die Schwerter schließlich weglegte. Die Polizisten fesselten ihn und brachten ihn in eine Haftzelle der Inspektion Weiden. Vor Ort waren während der knapp zweistündigen Aktion Kräfte aus allen umliegenden Dienstellen.

Ruhe gab der Neustädter aber auch in Weiden nicht. Standardmäßig kontrollierten Polizisten während der Nacht in regelmäßigen Abständen die Zelle. Gegen 1.40 Uhr stellten sie fest, dass der Mann gerade versuchte, sich zu erhängen. Sofort schritten die Beamten ein und hinderten ihn an seinem Vorhaben. Ein Polizeisprecher: "Er war zu diesem Zeitpunkt noch bei Bewusstsein und ansprechbar, so dass keine unmittelbare ärztliche Versorgung notwendig wurde."

In Bezirksklinik eingeliefert

Wegen der psychischen Ausnahmesituation, in der sich der 32-Jährige befand, kam er in die Bezirksklinik Wöllershof. Gegen den Neustädter wurde Strafanzeige wegen Bedrohung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte erstattet.
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