Seyed Naser Seddighi stellt im Rathaus aus
Iranische Kunst

Die abstrakten Werke des iranischen Künstlers Seyed Naser Seddighi sind mehr als Bilder. Sie sind ein Prozess des Suchens, in dem er seine tiefschürfenden Gedanken verarbeitet. Mit der Ausstellung "Was ist ein Mensch? Wer ist ein Mensch? Ich bin auch Gott!" und der Vernissage im Rathaus leisteten die Stadt Neustadt und der Oberpfalzverein einen Beitrag zur Verständigung unter den Kulturen.

Persische Musik erklang zur Eröffnung. Bürgermeister Rupert Troppmann sagte: "Beiden Künstlern ist gleich, dass sie sich in der schwierigen Zeit des Asylverfahrens, der emotionalen Belastungen, weiter der Kunst gewidmet haben. Dies zeigt für mich auf, dass Kunst keine Grenzen kennt, nicht durch politische Vorgaben aufgehalten werden kann und damit auch zum Nachdenken anregt". Sein Anliegen ist, das Rathaus nicht nur als Verwaltungsgebäude, sondern auch als Haus für künstlerische Aktionen zu nützen. "Wenn wir ein Stück dazu beitragen können, künstlerische, politische und menschliche Schranken zu öffnen, dann sind wir mehr als stolz."

Ernst Umann, der Vorsitzende des Oberpfalzvereins Neustadt und Organisator der Ausstellung, forderte dazu auf, sich mit den Arbeiten des Künstlers, seinen Farben und geometrischen Formen auseinanderzusetzen. Denn die Gedanken des Malers lägen nicht offen vor den Augen des Betrachters. "Der Weg zu Gott" ist der Titel eines der Bilder. Dargestellt ist eine Pyramide, die im unteren Teil von der Farbe rot geprägt wird. Es zeigt das Böse, das in jedem von uns steckt. Darüber kommt die grüne Farbe, die Farbe der Erneuerung und des Wohlbefindens. Das Weiß der dritten Ebene ist die Farbe der Reinheit, das Leben nah an der Vollkommenheit. Mystisch umrankt ist die Spitze, das "allsehende Auge", eine göttliche Einrichtung umgeben vom Glanz des gelben Lichts. Die Ausstellung kann noch bis Samstag, 25. April, zu den üblichen Öffnungszeiten im Rathauses besucht werden.
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