Sorgen? "Kopf hoch"!

Junge Menschen haben Probleme, die es ernstzunehmen gilt. Sie reichen vom verstorbenen Haustier bis hin zu Suizidgedanken. Der Kinderschutzbund weitet nun sein Beratungsangebot oberpfalzweit aus.

Für Frauke Riegelsberger war die Anfrage unserer Zeitung zugleich eine freudige Nachricht. Denn dass der Neustädter Jugendhilfeausschuss beschlossen hat, sich am Projekt "Oberpfalzweite Krisenversorgung für Kinder und Jugendliche" zu beteiligen, wusste sie bis dato noch nicht. Laut der Vorsitzenden des Regensburger Kinderschutzbundes steht somit nur noch in Tirschenreuth und Schwandorf die Entscheidungen aus, ob sich die Kommunen am Projekt beteiligen. Sollte das der Fall sein, gibt es das Angebot einer Telefon- und Online-Beratung für Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre flächendeckend für die gesamte Oberpfalz. Riegelsberger ist aber hoffnungsvoll: "Ich glaube, es spricht nichts dagegen."

Anonym und kostenlos

In Regensburg gibt es das Online-Angebot unter dem Motto "Kopf hoch" seit 2009. Die Amberger haben seit rund zehn Jahren eine Telefonnummer für junge Menschen eingerichtet. Beides wird nun kombiniert und oberpfalzweit angeboten. Beides ist außerdem anonym und kostenlos. "Wir wollen möglichst viele Kinder und Jugendliche erreichen", erklärt Riegelsberger. Der Kinderschutzbund-Vorsitzenden sei es wichtig, den jungen Menschen zu vermitteln, dass sie nicht alleine dastehen. Ziel sei es, Kontakt aufzubauen, Vertrauen zu schaffen, Rat zu geben und bei schwierigen Fällen zu vermitteln.

Die Sorgen des Nachwuchses reichen laut Riegelsberger vom verstorbenen Haustier bis hin zu massiven psychiatrischen Störungen. Viele riefen wegen Ärger mit Freunden oder Eltern und Liebesproblemen an. Aber auch Suizid sei ein Thema: "Wir klären dann ab, wie ernst das ist. Bei einer Eigengefährdung der Jugendlichen müssen wir tätig werden." Sprich: Im Notfall muss die Polizei eingeschaltet werden, so wie es im vergangenem Jahr bei einem Mädchen der Fall gewesen sei.

Der Entschluss, dass sich Neustadt an diesem Projekt beteiligt, fiel im Jugendhilfeausschuss. Jugendamtsleiter Klaus Egelseer sagt über die Investition: "Es handelt sich um eine relativ kleine Summe, die im Notfall sehr viel verhindern kann." Um das Projekt bekanntzumachen, werde verstärkt Werbung betrieben. In Schulen, im Rundfunk und mit Hilfe von Plakaten in Bussen. Laut Kinderschutzbund-Vorsitzender Riegelsberger soll das Projekt oberpfalzweit ab April laufen. Die Telefonleitungen (0800/5458668) sind täglich von 6 bis 22 Uhr belegt.



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Weitere Informationen im Internet:

http://www.kopfhoch.de
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