Spaßvögel unter den Narren

Mindestens elf Freunde müsst ihr sein. Deshalb wirbt der Chef des Elferrats, Kevin Hammer, für seine Truppe. Der Spaß kommt bei den Herren nie zu kurz. Auch beim wöchentlichen Training in der Grundschulturnhalle bleibt zwischen dem Einstudieren der Choreografien Zeit für Gaudi. Bild: bgm

"Weil's Spaß macht", sagt Kevin Hammer, wenn er nach den Gründen für sein Engagement im Elferrat des Faschingsvereins gefragt wird. Hammer ist Chef der Truppe, die mit ihren legendären Schautänzen bei Faschingsbällen um Mitternacht immer für einen Kracher gut sind.

"Der Zusammenhalt in der Gruppe ist hervorragend, die Busfahrten zu Auftritten einmalig", zählt Hammer die Vorzüge auf und wirbt für sein Herrenteam, das gerne Zuwachs bekommen würde.

Nicht nur für die Stimmung sind die Herren mit schickem Frack und Narrenkappe gut. "Ohne den Elferrat wäre kein Fest möglich", anerkennt der dritte Vorsitzende vom Verein Neustädter Faschingszug, Michael Bauer. Immer wenn's ums Anpacken gehe, seien die "Elfer" zur Stelle. "Sie sind die Männer für alles", stellt Bauer fest. Wertvolle Dienste leisteten sie bei den Aufbauarbeiten für die Faschingsbälle. Anfang Januar treffen sich die Helfer an einem Samstag, um Decke, Säulen und Wände der Stadthalle zu schmücken. Im Außenbereich wird ein Vordach für Raucher montiert, und die Kellerräume werden als Umkleiden hergerichtet. Handwerkliches Geschick ist beim Aufbau der Bühnenkulisse und des Throns für die Prinzenpaare gefragt.

Sonntags wird trainiert

Darüber hinaus trägt der Elferrat auch große Verantwortung. Er bewahrt die Vereinsfahne auf. "Die wird bei uns sehr in Ehren gehalten", betont Rats-Chef Hammer. Auch das Faschingszug-Gremium, das einen der größten Faschingsumzüge in Nordbayern organisiert, rekrutiert sich aus Männern des Elferrats. "Man lernt große Verantwortung zu übernehmen" , sagt Bauer. Und Spaß mache es außerdem, ergänzt Hammer.

Nur Zeit müsse man investieren. Ende August beginnt das Training für den Überraschungstanz. Sonntagabends treffen sich die Herren zum Üben. Dazu kommt ein Trainingstag, ebenfalls ein Sonntag. Im Dezember wird dreimal in der Stadthalle der Einmarsch bei den Bällen und der Walzer geprobt. "Mit dem Inthronisationsball beginnt die Hauptsaison", erklärt Hammer. Bis zum Kehraus im Februar sind die "Elfer" zusammen mit dem ganzen Verein im Zeichen ihres Wappentiers, dem schwarzen Kater, unterwegs. Im restlichen Jahr geht's dafür ruhiger zu.

Was muss ein guter "Elfer" also mitbringen? "Gute Laune", lacht Bauer. "Man muss für jeden Spaß zu haben sein." Für den Schautanz sei ein bisschen Taktgefühl von Vorteil. Die Kondition komme beim Training von allein. Die Trainerinnen Julia Fleischmann, Lisa Schedl und Julia Schmid motivieren ihre Räte zu exakten Tanzschritten und der nötigen Körperspannung. Motto und Choreografie für den Schautanz der Saison stehen fest, sind aber geheim. Nur ganz vage deuten die Trainerinnen an, dass es irgendwie um die Verbundenheit zur Heimat geht.

Von 19 bis 60

Derzeit gehören - passend zum Namen - elf Herrschaften unterschiedlichen Alters, vom 19-jährigen Jungspund Andreas Frischholz bis zum Urgestein Bernhard Lang, der in der kommenden Saison seinen 60. Geburtstag feiern wird, zum Elferrat. Dazu kommen noch zwei, die am Mischpult sitzen. Nicht jeder kann aus beruflichen Gründen immer dabei sein. Neue Köpfe seien daher stets willkommen. Die Aspiranten sollten mindestens 18 Jahre alt sein und können jederzeit am Sonntag um 18 Uhr in der Grundschulturnhalle vorbeischauen.

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Informationen im Internet:

www.faschingsverein-neustadt.com.
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