Stadt schafft Winterquartier

Die Kirche hat das Pfarrheim zugesperrt. Die Schlüsselgewalt hat die Stadt übernommen - aber nur für die kalte Jahreszeit. Dennoch bleibt als großes Problem die leere Kasse der Kirche.

Damit Vereine und Haus gut über den Winter kommen, ist nun die Stadt eingesprungen. Sie zahlt der Pfarrei ein geringes Entgelt und gibt den knapp zehn Vereinen, die bisher schon dort ihr Domizil hatten, ein Heim. Darunter sind Frauenbund, Mutter-Kind-Gruppe, KAB, Kolping, Ministranten und die Stuhlgymnastik.

Am Montag stellte die Stadt das Konzept den betroffenen Gruppen vor. Es sei sehr gut angenommen worden, informierte Bürgermeister Rupert Troppmann am Dienstag den Stadtrat.

Zeit für Konzept

Mit der Übernahme des Betriebes für ein knappes halbes Jahr sei sichergestellt, dass über den Winter alle Gruppen und Organisationen, die das Haus genutzt haben, weiter in den Räumen arbeiten können. "Die Katholische Kirchenstiftung kann nun ohne Zeitdruck ein Konzept für die Weiternutzung des Hauses entwickeln", sagte Troppmann. Interessierte Nutzer können sich bei der Stadtverwaltung melden.

Besonders freuen dürften sich über diese Entwicklung die Laientheaterspieler von "Schabernak" und ihre Gäste. Ihnen bleibt - zumindest vorerst - ein aufwendiger Umzug der Bühnentechnik erspart. Als Ersatzquartier hatten sich die Theaterleute mit dem ASV geeinigt, das Sportheim nutzen zu können. "Wir waren froh, dass sie uns aufgenommen hätten, aber so ist der Aufwand wesentlich geringer", dankte Schabernak-Chef Gerhard Steiner dem ASV.

Etwas enttäuscht ist dessen Vorsitzender Juan Vilas. Der Stammzuhörer im Sitzungssaal des Rathauses erfuhr am Dienstag im Stadtrat von der neuen Entwicklung. Zwar gebe es mit den Laienspielern keinen schriftlichen Vertrag, aber eine mündliche Abmachung.

"Wir sind froh, dass eine Übergangslösung gefunden wurde. Das verschafft uns Zeit zum Nachdenken", stimmt Stadtpfarrer Josef Häring mit Bürgermeister Troppmann überein. "Wir sind klamm. Wir müssen irgendwo anfangen zu sparen", begründete Häring die Entscheidung der Kirchenverwaltung, das Pfarrheim zuzusperren. Problematisch seien vor allem die Energieverschwendung durch die maroden Fenster und die alte Heizung, die noch aus den Anfangstagen des Gebäudes von 1978 stammt.

Teure Alternativen

Für die Kirche heißt die Alternative Renovierung oder Abriss mit Kosten zwischen 700 000 und 800 000 Euro. Zuschüsse gebe es von der Diözese höchstens noch 35 bis 40 Prozent, sagte Häring. "Mindestens 400 000 Euro bleiben für uns übrig." Die aber könne die Pfarrei nicht zahlen.

"Ich sage immer wieder, dass wir richtig sparen müssen, aber das nehmen die Leute teilweise nicht so ernst", bedauerte der Geistliche. Im Januar gebe es Gespräche mit der bischöflichen Finanzkammer nach Alternativen.
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