Stadthauptmann Ludwig Fritsch erinnert sich an den Besuch Richard von Weizsäckers vor 27 Jahren
Königstreue stehen für Republikaner stramm

Als Richard von Weizsäcker am 31. Januar starb, war er auch in Neustadt wieder Gesprächsthema. An Stammtischen wurden Erinnerungen wach: "Wann war er gleich nochmal in der Stadt?" und "Der war doch beim Nachtmann".

Zur Aufklärung: Genau an diesem Wochenende vor 27 Jahren, am 26. April 1988, besuchte der damalige Bundespräsident Weiden und die Kreisstadt. Bei sonnigem Wetter empfing ihn Landrat Anton Binner in der Bräuhausstraße als hochrangigsten Gast, der je die Stadt besucht hat.

"Binner wollte ihm unbedingt das Glasviertel zeigen", erinnert sich der damalige Stadtrat Ludwig Fritsch. Er selbst schritt als Stadthauptmann der Bürgerwehr Seite an Seite mit Weizsäcker die Ehrenformation ab. "Das hatte ihn schwer beeindruckt, er lachte und wollte wissen, was es mit der Bürgerwehr auf sich hat", erzählt Fritsch. Er berichtete dem Staatsoberhaupt, dass Neustadt erst 1807 von Böhmen zu Bayern kam und danach auch die königlich-bayerische Bürgerwehr gegründet wurde. Zugleich verriet Weizsäcker, dass er bis dato erst zwei Ehrenfronten abgeschritten hatte. Die der Roten Armee in Moskau und die der Bürgerwehr in Neustadt. Fritschs Truppe eskortierte ihren Gast weiter zum Firmenbesuch bei Nachtmann und zur "Altbayerischen", wo ein Glasbläser sein Können vorführte. Diese Prozedur kennen inzwischen viele nur noch aus Geschichtsbüchern. Genauso wie Richard von Weizsäcker.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.