Stadtmuseum profitiert von bayerisch-tschechischer Landesausstellung - Mehrere ...
Stadt streift Mantel der Geschichte über

Das Haus der Bayerischen Geschichte lässt den berühmten Handschuh aus dem Stadtmuseum restaurieren. Bild: krb
Es ist ein historisches Ereignis: Erstmals richten Bayern und Tschechien 2016 gemeinsam eine Landesausstellung aus. Anlass ist der 700. Geburtstag Kaiser Karls IV. Die Schau ist von Mai bis September in der Nationalgalerie Prag zu sehen und ab Oktober im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg. Die Stadt Neustadt wird auf beiden Seiten kräftig mitmischen.

Keine Kosten

Vertreter der Metropolregion Nürnberg trafen sich dazu in der Stadthalle zu einer Tagung, von der Bernhard Knauer dem Kulturausschuss berichtete. "Da war eine Vertreterin der Staatskanzlei und Leute vom Haus der Bayerischen Geschichte dabei. Das zeigt, wie hoch die Ausstellung angesiedelt ist", zeigte sich der Kulturreferent beeindruckt. Die Fäden für die Schau laufen beim Centrum Bavaria Bohemia in Schönsee zusammen. Neustadt war im 14. Jahrhundert Teil von Karls Herrschaft "Neuböhmen". Spuren jener Zeit sind bis heute lebendig. Die Stadt will sie mit drei Aktionen in den Vordergrund rücken. Die Kulturfreunde Lobkowitz planen historische Stadtführungen zum Thema. Daneben gibt es eine Sonderausstellung im Museum und Waldbegehungen am Biberberg, in der Süßenlohe und am Satzberg. Es ist das Revier der Corporationsgemeinschaft.

Die gibt es seit über 600 Jahren. 1354 verlieh der Kaiser den Neustädtern das Recht "auf ewige Zeiten Holz zum Brennen und zur anderen Notdurft" zu erhalten, "ein staatlicher Eingriff habe zu unterlassen". Es handelte sich dabei um 10 Huben Holz (rund 500 Tagwerk), fünf Huben bei Floß (Liebesberg) und fünf Huben bei Altenstadt (Bürgerwald). Karl bekräftigte dies damit, dass er 1354 einen Handschuh als Faustpfand, der das Prunkstück des Stadtmuseums ist, hinterließ. Für diesen Handschuh interessiert sich im Jubiläumsjahr das Haus der Bayerischen Geschichte. Es lässt ihn fachmännisch restaurieren und bringt ihn für die Landesausstellung in einer eleganten Vitrine unter. "Der Stadt kostet das keinen Cent", freuen sich Knauer und Bürgermeister Rupert Troppmann.

Neuer Prospekt

Knauer schwebt zudem die Neuauflage eines alten Prospekts mit über 1000 Exemplaren Auflage vor. Die Broschüre beschreibt unter anderem, wie Neustadt 1358 durch eine Vorstadt, die Freyung, erweitert wurde. Troppmann will sich darüber hinaus mit Touristiker Reinhold Zapf vom Landratsamt absprechen. Sie wollen verhindern, dass sich Neustadt und die Umlandgemeinden nicht mit Kaiser-Karl-Veranstaltungen gegenseitig Konkurrenz machen.
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