Stadtpfarrer erinnert Gläubige an die Tugend der Gastfreundschaft - Zeitvertreib bis zur ...
"Niemandem die Tür verschließen"

Alle Jahre wieder sorgen die Ministranten der Stadtpfarrkirche St. Georg mit ihrer Aktion "Wir warten aufs Christkind" dafür, dass dieses in den Familien ungestört zu Werke gehen kann. 70 Kinder nutzten das Angebot von 13 bis 16 Uhr im katholischen Pfarrheim.

In vier Gruppen stellten sie Christbaumschmuck aus Salzteig her, ebenso Weihnachtsmobile, Teelichthalter mit Filz, Pop-up-Weihnachtskarten und Engel. Zum Abschluss gab es Tee mit Lebkuchen und Plätzchen. Oberministrantin Maria Gleißner war es mit ihren 18 Helfern gelungen, den Nachmittag kurzweilig zu gestalten.

Für die Kinder fielen keine Kosten an, da diese vom Pfarrgemeinderat übernommen wurden. Gemeinsam besuchte die Gruppe die Kinderchristmette in der Stadtpfarrkirche. Beim Krippenspiel, das Gemeindereferentin Julia Plödt einstudiert hatte, stand die Herbergssuche von Maria und Josef im Mittelpunkt. Nur diesmal erhielten die beiden Unterstützung von drei Engeln. Aufgrund der Anweisung des Erzengels Gabriel machten sich diese auf den Weg zur Erde. Wie sie sahen, dass das Paar immer wieder abgewiesen wurde, meinte einer der Engel: "So herzlos kann doch keiner sein. Wir müssen etwas unternehmen." Und so verschafften sie den erschöpften Suchenden aufgrund ihrer Hartnäckigkeit ein Quartier in einem Stall. Zudem erhielten sie von den Wirtsleuten Verpflegung und Licht. Drei Hirten brachten außerdem Milch, Käse, ein wärmendes Schaffell und einen selbstgestrickten Schal. Zum Abschluss führten Mitglieder des Regenbogenchors unter Leitung von Martina Näger einen Lichtertanz auf, den der Chor mit dem Lied "Das Licht erleuchtet die Nacht" begleitete. Auch in den Fürbitten wurde deutlich, dass es momentan durch die große Flüchtlingswelle viele notleidende Menschen gibt, die bei uns eine Unterkunft suchen.

Dies wurde laut Stadtpfarrer Josef Häring auch durch die Marienfiguren symbolisiert, die im Advent eine Herberge in Neustädter Familien, aber auch in beiden Kindergärten und im Altenheim fanden. "Mit diesem Brauch konnte die Tugend der Gastfreundschaft geübt werden. Man sollte niemandem, der in Not geraten ist, die Tür verschließen", fügte der Stadtpfarrer hinzu.

Das Arrangement der Weihnachtslieder des Kinder- und Jugendchors "Regenbogen" mit den Instrumentalistinnen unter Leitung von Waltraud Näger und Elisabeth König zog die Besucher in einen Bann. So richtig warm ums Herz wurde den Gläubigen beim Abschlusslied "Stille Nacht, heilige Nacht", bei dem nur der Weihnachtsbaum das Gotteshaus erleuchtete.
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