Stadträte uneins über "Europas Bleikristallzentrum"
Kampf ums Schild

Schild des Anstoßes: Um Sinn und Notwendigkeit dieser Werbetafel an der A 93 scheiden sich die Geister. Archivbild: Steinbacher
Einige kritische Zeilen im NT lösten im Kulturausschuss eine Diskussion aus. Der Bericht warf die Frage auf, ob die braune Werbetafel "Europas Bleikristallzentrum" an der A 93 noch zeitgemäß sei, da eigentlich nur noch in Weiden produziert werde.

"Das hat auch die Autobahndirektion gelesen. Die haben gleich im Landratsamt gefragt, ob sie das Schild wegmachen sollen", seufzte Bürgermeister Rupert Troppmann. Der Rathauschef würde es gern behalten. "Auch viele andere Städte haben Beinamen für Produkte, die sie heute nicht mehr herstellen. Pforzheim wird immer die Schuhstadt bleiben, und wir werden immer die Stadt des Bleikristalls sein." Diese Meinung teilten nicht alle uneingeschränkt. "Es ist schon irreführend, wenn ein Fremder von der Autobahn kommt, und dann findet er kein Bleikristall mehr", meinte Tanja Kippes (CSU). Peter Reiser (Freie Wähler) sieht es eher so wie Troppmann. "Das ist doch Teil unserer Geschichte."

Heribert Schubert (SPD) wies darauf hin, dass auch das Stadtmuseum einen aktuellen Bezug zum Bleikristall herstelle. Er schlug vor, das Thema beim Stadtentwicklungskonzept zu diskutieren. Troppmann war einverstanden, warnte aber vor zu hohen Erwartungen. Ein neu gestaltetes oder gar ganz neues Werbemotiv seien an höherer Stelle schlecht durchzusetzen.
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