Steuern sprudeln

Erzieherin Maria Neumann rauft sich die Haare. Gerade ist ein Holzturm beim Spielen in der Kita St. Joseph eingestürzt. Doch eigentlich haben dort alle Grund zur Freude, denn die Stadt gibt 534 000 Euro Zuschuss für Kita, Krippe und Hort. Bild: arw

Der städtische Haushalt ist in trockenen Tüchern. Er umfasst 11,9 Millionen Euro. Damit kann das Rathaus Ausgaben decken, Schulden zurückzahlen und sogar Rücklagen bilden. Trotzdem bleiben viele Wünsche unerfüllt.

"Unsere Heimatstadt findet man auf einer Skala irgendwo zwischen arm und reich", beschreibt CSU-Fraktionssprecher Josef Arnold den Etat. Was seine Parteifreunde und die anderen Fraktionen besonders freut, ist die gute Entwicklung bei der Einkommensteuer. Kämmerer Eduard Bergler rechnet mit 2,62 Millionen Euro. "Wir kommen damit der bundesweiten Quote von 40 Prozent an den Gesamteinnahmen sehr nahe", sagt Arnold. Ein Zeichen, dass die Stadt gesund ist und ihre Bürger in Lohn und Brot stehen. Dazu kommen satte 1,8 Millionen Schlüsselzuweisungen des Freistaats und 1,27 Millionen Gewerbesteuer.

SPD, CSU und Freie Wähler betonten aber unisono, dass Einiges weiter zurückstehen muss, etwa ein neues Feuerwehrauto, das es wohl erst 2017 geben wird. Auch die Erweiterung des Stadthallenfoyers ist vorerst kein Thema mehr. Schließlich will die Stadt unter anderem den Kreisverkehr am DJK-Platz für die Erschließung von "Rumpler III" bauen. Dafür gibt es keine Zuschüsse. Doch selbst wenn Fördergelder in Aussicht stehen, geht es oft zu langsam, beklagte Bürgermeister Rupert Troppmann und sprach den Ausbau der Knorrstraße und des Pendlerparkplatzes an. "Wir würden investieren, die Firmen würden Hunderttausende Euro bekommen, aber uns sind die Hände gebunden, weil die Antragsverfahren und die Bearbeitung immer komplizierter werden und länger dauern."

Höhere Personalkosten

Achim Neupert (SPD) betonte, dass die Personalausgaben von über 2,4 Millionen Euro schon 25 Prozent über den Verwaltungsansätzen liegen. Das hat aber nicht so viel mit dem Tarif zu tun. So boomt zum Beispiel die Kita St. Joseph wegen ihres guten Angebots, das auch Eltern aus Störnstein oder Püchersreuth schätzen. Aufgrund der Nachfrage hat die Stadt dort gar eine Sondergruppe eingerichtet, nicht zuletzt um förderfähig zu bleiben. Aber das braucht eben auch mehr Personal. Geld in Kinder ist indes gut angelegt, waren sich alle einig.

Gerhard Steiner (Freie Wähler) wünscht sich, dass endlich wieder mehr Bewegung in das Thema "Betreutes Wohnen" kommt. Das zielte unausgesprochen in Richtung katholische Pfarrei, die mit Untersuchungen für so ein Haus in der Johann-Dietl-Straße nicht recht vorwärts kommt. Doch bei allem, was sie noch gerne in der Zukunft hätten, sind die Fraktionen stolz darauf, dass sich die Stadt 2015 etwas leisten kann. Immerhin kann sie 1,4 Millionen Euro dem Vermögenshaushalt zuführen. Damit will sie unter anderem Folgendes anpacken: Sanierung des Breiten Wegs (85 000 Euro); Schutzanzüge für die Feuerwehr (45 000 Euro); neue Sanitäranlagen und Böden für die Mittelschule (33 000 Euro); neues Fahrzeug (Holder) für den Bauhof (85 000 Euro); neue Computer und Monitore für die Verwaltung (12 000 Euro).
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