Stille, Besinnlichkeit und Trauer

Friedhöfe sind Orte des Abschieds und der Begegnung. Sie sind ein Abbild dafür, wie die Lebenden mit ihren Verstorbenen umgehen. Der Kreisverband für Gartenbau und Landschaftspflege hat am Mittwoch den schönsten Gottesacker des Landkreises gekürt.

"Unser Friedhof - Ort der Würde, Kultur und Natur" ist der Landeswettbewerb überschrieben. Ziel ist es, das Bewusstsein der Bevölkerung für gut gestaltete Begräbnisstätten zu schärfen. Dabei sind auch Urnen-, Baum-, Gemeinschafts- und anonyme Gräber im Blickfeld. Bis auf die Urnenbestattung spielten die anderen Formen in den von der Jury besichtigten Friedhöfen keine Rolle.

Das Spektrum der Bewertung begann bei der Lage, ging über die Erschließung, Einfriedung, funktionelle Einrichtung und Gliederung sowie Konzepte der Grabstellen bis hin zur ökologischen Bewirtschaftung. Auch der Blick in die Zukunft war gefragt. Beworben hatten sich die Träger der Friedhöfe von Püchersreuth, Lennersrieth, Michldorf, Schirmitz, Pirk, Speinshart, Neustadt a. Kulm mit Mockersdorf und Bernstein. In 30 Minuten durften die Verantwortlichen angefangen vom Pfarrer bis hin zum Kirchenverwalter ihren Gottesacker der Jury präsentieren.

Der 1932 von Pfarrer Johann Baptist Schwindl gegründete Schirmitzer Friedhof überzeugte den stellvertretenden Landrat und Vorsitzenden des Kreisverbandes für Gartenbau und Landschaftspflege, Albert Nickl, Pfarrer Siegried Wölfel aus Friedenfels, Mathilde Müllner von der Naturschutzbehörde des Landratsamtes, Gärtnermeister Reinhard Steinhilber und Organisatorin Claudia Saller vom Kreisverband mit einem stimmigen Gesamtkonzept. Nach Schwindls Willen werden alle Gräber einheitlich ohne Einfassung mit Holzkreuzen gestaltet. So soll die Gleichheit aller Menschen im Tod zum Ausdruck gebracht werden. Der Sieger wird bei der Landesverbandstagung am 26. September in Mittelfranken ausgezeichnet.

Silber ging an den Speinsharter Friedhof an der Außenmauer des Klosterdorfes. Die individuelle Gestaltung der Gräber sowie die Eingrünung mit Blütensträuchern wirken harmonisch und verleihen einen natürlichen Charakter. Die gerade Wegeachse sowie Grünstrukturen mit Bäumen und Schnitthecken sorgen für eine klare Gliederung. Die Friedhöfe Lennersrieth und Püchersreuth erhalten als dritte Sieger eine Anerkennung durch den Kreisverband.

Bereits 1570 wurde der Katholische Friedhof in Lennesrieth bei Waldthurn vom Kirchhof an seinen jetzigen Standort verlegt. Das Zusammenspiel aus Lage auf einer Anhöhe sowie zwei Blutbuchen verleihen ihm eine besondere Note. Die Pflege übernehmen im Wechsel die umliegenden Dorfgemeinschaften.

Der evangelische Friedhof in Püchersreuth stammt von 1715. Die Gräber mit Einfassungen aus Stein sind von Rasen umgeben. Lediglich der Weg zwischen Haupt- und Kircheneingang ist gepflastert.
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