Störnsteiner Blasmusik verzaubert volle Stadthalle mit Polkas, Oberkrainer- und böhmischen ...
Träumen, tanzen, klatschen

Ein herrlicher Sonnentag, Biergärten und Straßencafés voller Menschen, ein Sonntag fürs Herz. Und als Krönung Musik, die zu Herzen geht. Die Störnsteiner Blasmusik unter der Leitung von Gerhard Träger präsentierte das Motto "Böhmisch-Mährisch". Es lag wohl nicht nur am Wetter, dass die Stadthalle Neustadt brechend voll war.

Moderator Heribert Schubert begrüßte die Freunde der stimmungsvollen Blasmusik. Sogar ein Fanclub aus Weiherhammer war gekommen. Mit dem schmissigen "Panorama Marsch" von Thomas G. Greiner stellte sich die Störnsteiner Blasmusik mit schmucken Damen in bunten Dirndln und die Herren in schwarz-weiß, vor. "Dann und wann" sangen Elke Hackbarth und Gerhard Träger, und als Erinnerung an Ernst Mosch "Denk nur an mich", eine Liebeslied-Polka zum Träumen.

Gerne spielt die Kapelle Kompositionen von Josef Thums, der im vergangenen Jahr krankheitsbedingt fehlte. Nun begrüßte Schubert ihn dafür umso herzlicher. Aus seiner Feder stammen bereits über 100 Titel, darunter die "Franziskus-Polka", welche die Störnsteiner zum ersten Mal darboten, ausgeschmückt mit einem Solo-Part von Andreas Träger an der Tuba.

Ein Ausflug in die Kellergassen im Wiener Weinviertel war die Polka "In der Griam" der Blaskapelle "Vindemia", während es mit dem temporeichen Stück "Am Wildbach" der Blaskapelle "Gloria" hinaus in die Natur ging. Das Publikum ließ sich mitreißen von den Stimmungswechseln, und mancher wäre sicher gerne zu ein paar Drehungen aufs Tanzparkett. Die Pause leitete nicht nur der Konzertmarsch "Die Sonne geht auf" von Rudi Fischer ein, sondern auch ein Zitat von Heinz Erhardt, das Schubert schmunzelnd zitierte: "Wenn die Opern Dich umbrausen mit Getön, dann genieße auch die Pausen. Sie sind schön".

Das "Trompetenecho" von Slavko Avsenik war ein gelungener Auftakt der zweiten Halbzeit. Dazu hatte Träger eine Formation aus der Blaskapelle nach dem Vorbild der Oberkrainer sogar mit originalgetreuen Kostümen zusammengestellt. "Richtig fesch" sahen sie aus, und aus dem Ohren- wurde damit auch ein Augenschmaus. Begeistert klatschte das Publikum den Takt des Ohrwurms mit. Sanfte Klarinettenklänge von Peter Valecka bezauberten beim "Hirtenlied". Bevor sich die Oberkrainer-Abordnung wieder zum Rest der Musiker gesellte, spielten sie noch das begeisternde "Auf der Autobahn".

Schubert erinnerte an Avsenik, der eigentlich zunächst Skispringer war, sich die Steirische selbst beibrachte und schließlich zusammen mit seinem Bruder das "Gorensjki Kvintet" gründete. Später wurde er als "Slavko Avsenik und seine Oberkrainer" international bekannt. Die beiden Brüder gelten als die Erfinder des "Oberkrainer-Sounds".

Nach diesem gekonnten Ausflug spielten sich die Störnsteiner zurück ins Böhmisch-Mährische mit dem temporeichen Traditionsmarsch "Gruß an Böhmen". Dazu hatten sich die Damen in Glitzeroberteile und schwarze Hosen geworfen.

Bei der Polka "Der Buntspecht", hervorragend intoniert von den Klarinettisten Karl Beßenreuther, Libor und Peter Valecka, hörte man beinahe echt den Specht klopfen, vertreten durch den Schlagzeuger Stefan Holfelder. Die heiteren Klarinettenklänge machten Lust auf einen Spaziergang "Im Wäldchen", in dem Stück besonders die Tenor- und Flügelhörner gefragt waren. Nicht vergessen wurden die tschechischen Komponisten Pavel Svoboda und Josef Indra. "Ve Vigrundje" und die Polka "Eine mährische Perle" bekamen begeisterten Zuspruch. "Es ist schön, dass wir uns heute wiederseh'n" sangen Hackbarth und Beßenreuther zum Schluss hingebungsvoll.

Das Publikum ließ die Störnsteiner jedoch erst nach weiteren zwei Zugaben gehen. Die "Fuchsgraben-Polka" von Ernst Mosch verursachte ein zustimmendes Raunen unter den Kennern der Original Egerländer Musikanten. Beim anschließenden "Egerländer Musikantenmarsch" sang der Saal bei "...grüßen wir die Heimat, reichen euch alle die Hand" mit.
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