Sturm am Weinglas

Hautnah am Publikum und ungewöhnlich leise präsentierte sich "Rsining Storm" beim unplugged-Konzert in der Weinstube "Cervia". Bild: gag

Die Neustädter Rock-Urgesteine von "Rising Storm" spielten unplugged in der Weinstube "Cervia". Für die meisten Bandmitglieder war es ein Heimspiel.

Die Musiker von "Rising Storm" blicken auf eine bewegte 30-jährige Vergangenheit zurück. Sie kommen aus der Nachbarschaft, aus Neustadt und Altenstadt. "20 Meter Luftlinie von hier" scherzte Martin "Mirtl" Beutler. Seit 1984 leben sie die Leidenschaft für Rockmusik, schreiben alle Songs selber und sind eigentlich bekannt als laute Vollgas-Rocker.

"Damals hieß das akustisch"

Der Mitbegründer und Gitarrist hätte viel zu erzählen. Bereits 1984 kam der damals erst 14-jährige Buutz Richtmann als Drummer von der Altenstädter Blaskapelle dazu und ist bis heute mit Leib und Seele dabei. Und bereits 1991 gaben Buutz, Mirtl und Erich Forster, der nicht zu bremsende Sologitarrist, ihr erstes Unplugged-Konzert. "Damals hieß das noch akustisch", setzte Buutz schmunzelnd hinzu.

Nun saßen sie in der im Frühjahr von in Hirsch aus Altenstadt eröffneten Weinstube "Cervia" und rockten wieder unplugged. "Wir hätten nie gedacht, dass wir mal beim Weiskopf spielen" kommentierte Stefan mit Block auf die Geschichte des Hauses, in dem jahrzehntelang das gleichnamige Bekleidungsgeschäft beheimatet war.

Zur Band gehören außerdem Karsten Fischer (Gitarre) und als neuester im Bunde, Stefan Puhane (Gesang). Zuvor war der "immer nur der Reporter". Dann sprach ihn die Band an, ob er nicht Lust habe, mitzumachen. Er hatte.

Aus eigener Feder

Die Songs sind oft autobiografisch entstanden. "Don't you know", langsam, melancholisch und bluesig, oder "Me and you" mit einem langen und beeindruckenden Solo des inzwischen erblindeten Forster begeisterten die Gäste im "Cervia". Aus der Feder von Puhanes stammen "Sons of Anarchy" nach einer amerikanischen Rockerserie und "Hypocritical".

Das Lebensgefühl "eines etwa 15-jährigen" beschreibt der melancholische Song "No more rainbows". Mit Songs und Erfahrungen aus 30 Jahren Bandgeschichte wie "Love me or leave me" oder "Don't wanna lose you", bei dem einige im Publikum sogar mitsangen, kam das Konzert richtig in Fahrt.

Buutz steigerte sich leidenschaftlich auf der selbst gebauten Cajon, und Forster meisterte virtuos Solopassagen auf der Gitarre. Wummernder Bluessound und ein beeindruckendes Intro von Erich Forster untermalten den "Killin' Machine Blues".

Die einmalige und lockere Atmosphäre, die Zuschauer hautnah bei den Akteuren, dazu ein zwangloses Kommen, Gehen und Zusammensitzen wie im Wohnzimmer, steigerte die Begeisterung des Publikums immer mehr, so dass zum Schluss mehrere Zugaben gewünscht wurden.

"I don't wanna die, before I get Old", der Umkehrschluss zum bekannten "The Who"-Song "I wanna die..", und der Rising-Storm-Klassiker "Massacre Land" schafften es gerade noch, bevor um Mitternacht das Vergnügen endete.
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