Tauziehen ums Pfarrheim

Die Zukunft des Pfarrheims St. Georg ist unklar. Doch eventuell gibt es im Februar darüber noch ein Gespräch in Regensburg. Denkbar ist, dass das Haus saniert wird. Die Hausmeisterwohnung (rechts) ist nach derzeitigem Stand zum Abriss vorgesehen. Bild: ms

Im Herbst hat sich die katholische Gemeinde aus dem Pfarrheim St. Georg zurückgezogen. Es soll umgebaut, abgerissen oder saniert werden. Bis April kümmert sich die Stadt um das Gebäude. Sie wüsste gern, wie es damit weitergeht.

Der Flachbau in der Adolph-Kolping-Straße ist knapp 40 Jahre alt. Viele stellen sich die Frage, ob er den Weg ähnlicher Einrichtungen in der Region geht: Abriss und Neubau in kleinerer Form. In den nächsten Wochen soll es dazu ein Gespräch in Regensburg geben. Mit dabei sein werden neben Pfarrer Josef Häring und Kirchenpfleger Karl Brenner Vertreter der Bischöflichen Finanzkammer und des Bischöflichen Baureferats.

Wie die Pressestelle der Diözese mitteilt, ist die Radikallösung Abriss wohl vorerst vom Tisch. Die Kirchenverwaltung hatte Architekt Uli Greiner mit einer Wirtschaftlichkeitsberechnung beauftragt. "Das ergab, dass eine Sanierung wirtschaftlicher wäre, die angrenzende Hausmeisterwohnung aber abgerissen werden sollte", heißt es aus Regensburg. Beschlossen ist jedoch noch nichts. Die Pläne mit der Hausmeisterwohnung gefallen Bürgermeister Rupert Troppmann nicht, mit dem Sanierungskonzept könnte er jedoch durchaus leben: "Das Pfarrheim ist für Neustadt wichtig." Neben vielen kirchlichen Gruppen nutzen auch die Waldbesitzer der Corporation, das Erwachsenenbildungswerk und ab und an sogar der Kreistag den Saal für Veranstaltungen.

Bausubstanz noch gut

Troppmann könnte sich vorstellen, das Heim bereits mit wenigen Schritten auf Vordermann zu bringen: barrierefrei, mit neuer Heizanlage und neuen Fenstern. "Dann könnte man das locker wieder 15 Jahre betreiben." Das Haus sei ansonsten ordentlich in Schuss.

Dass Troppmann an der Immobilie der Kirche hängt, zeigt die Tatsache, dass sich die Stadt seit November um das Pfarrheim kümmert. "Wir zahlen Strom und Heizung. Außerdem erledigt die Familie Lang vom Bauhof Hausmeisterdienste."

Sehr zur Freude von Frauenbund, Kolpingsfamilie, Ministranten oder der Mutter-Kind-Gruppe, die darin ihr Domizil haben. Allerdings kündigt der Bürgermeister an, dass sich die Stadt im April nicht weiter engagieren will. Weil er gerne wüsste, was dann kommt, regt er einen Runden Tisch an.

Kirchenpfleger Brenner sieht keine Eile: "Wir haben ja noch den Pfarrsaal in der Fröschaustraße." Wie er erzählt, sei auch eine Überlegung gewesen, das Pfarrheim dort, wo einst der alte Pfarrhof war - gegenüber dem Kindergarten St. Joseph - neu zu bauen. Doch davon seien Kirchenverwaltung und Bistum wieder abgerückt: zu teuer, zu klein.

Wie ein Insider berichtet, orientiert sich die Diözese bei der Verwaltung von Immobilien wie Pfarrheimen an einem eigenen Raumprogramm. Es ergibt, dass viele Heime größer sind als es der Kirchengemeinde heute zahlenmäßig zusteht - Stichwort demografischer Wandel. Daher denke die Kirche langfristig und habe auch den Unterhalt im Auge. Für den sprächen dann kleinere Neubauten. Doch die sind teuer und nicht so vielseitig nutzbar.

Neues Dach, neue Toiletten

Architekt Greiner schwebt deshalb für Neustadt eine Kernsanierung vor. Dabei sollten die asbesthaltigen Dachschindeln verschwinden, das Leitungsnetz und die Toiletten sowie die Küche erneuert werden. Was das kostet, will er erst mit dem Bischöflichen Baureferat besprechen.

Der Planer könnte sich vorstellen, dass die Diözese die Generalsanierung mit 45 Prozent bezuschusst, den Rest müsste die Kirchenverwaltung tragen. Im günstigsten Fall könnte sie als Hausherrin mit einem runderneuerten Pfarrheim dastehen, das größer ist als in vielen vergleichbaren Orten. Denn laut Greiner bietet die derzeitige Bleibe etwa 700 Quadratmeter Platz. Nach dem Raumprogramm der Diözese stünden Neustadt aber nur 413 Quadratmeter zu. Würde sie nur die etwa 100 Quadratmeter große Hausmeisterwohnung abreißen, blieben immerhin noch passable 600 Quadratmeter.
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.