Tödliche Infektion

In den 20 Revieren der Hegegemeinschaft Neustadt wurden in den vergangenen Wochen 29 Füchse und ein Steinmarder zur Strecke gebracht. Die Jagdhornbläsergruppe aus Windischeschenbach hatte sie stilgerecht verblasen. Hegeleiter Reinhold Gevatter (Vierter von rechts) war mit dem Ergebnis zufrieden. Bild: arw

Tote Füchse, Betrügereien im Zusammenhang mit Wildunfällen und die für Hunde und Katzen tödliche Aujeszkysche Krankheit beschäftigten die Jäger der Hegegemeinschaft.

Ideales Wetter trug dazu bei, dass das Ergebnis der Fuchswochen doppelt so gut war wie im vergangenen Jahr. Zur "Fuchsstrecke" brachten die Jäger der Hegegemeinschaft Neustadt 29 Füchse und einen Steinmarder.

In der anschließenden Versammlung im Gasthaus "Miedl" in Ilsenbach sagte Hegegemeinschaftsleiter Reinhard Gevatter, dass sich die Ausdauer der Jäger gelohnt habe. "Das zeigt das Ergebnis." Ein Tier sei von der Fuchsräude befallen gewesen. Der Hegeleiter bat seine Kollegen, mit der Fuchsbejagung nicht nachzulassen.

Als erfolgreichster Fuchsjäger erwies sich Bernhard Dötterl mit fünf erlegten Tieren im Revier Windischeschenbach. Da Terry Turner, Michael Singer und Harald Franz jeweils drei Rotröcke zur Strecke brachten, durfte zunächst der Nachwuchs aus den Sachpreisen auswählen.

Breiten Raum nahmen Informationen zur Aujeszkysche Krankheit (AK) ein. Die anzeigenpflichtige Viruserkrankung ist als Pseudowut bekannt und tritt vorrangig bei Schweinen auf. Deutschland gilt seit 2003 bei Hausschweinen als AK-frei. Anders sieht dies bei Wildschweinen aus. In manchen Regionen seien bei bis zu einem Drittel der untersuchten Tiere Antikörper nachgewiesen worden.

"Der Krankheitsverlauf beim Schwarzwild ist oft unauffällig. Die Tiere wirken gesund, sind aber latent infiziert." Gevatter berichtete, dass auch in Bayern die ersten positiven Befunde bei Wildschweinen bekannt geworden seien.

Haustiere gefährdet

Die AK befällt nicht nur Wildschweine, sondern auch Wiederkäuer, Hunde und Katzen. Für letztere ist die Infektion nahezu immer tödlich. Eine Impfmöglichkeit gibt es nicht. Die Ansteckung erfolgt überwiegend über Blut- oder Schleimkontakt sowie Nahrungsaufnahme. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis neun Tage. Für den Menschen ist die AK ungefährlich.

"Auch wenn andere Risiken für Jagdhunde höher sind, sollte die Gefahr durch die Aujeszkysche Krankheit nicht unterschätzt werden." Neben Vorsichtsmaßnahmen für Jagdhunde sollten die Jäger auch ein konsequentes Hygienemanagement auf dem Betrieb und die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen achten. "Bei Verdacht einer Infektion ist sofort der Kontakt zum Hoftierarzt und dem Veterinäramt zu suchen." Außerdem forderte Gevatter die Jäger auf, sich mit Blutproben von Schwarzwild an Monitoring-Untersuchungen zu beteiligen.

Betrug bei Wildunfällen

Letztes Thema war die Bescheinigung über Wildunfälle. Der Hegeringleiter berichtete von einem Vorfall außerhalb der Gemeinschaft, bei dem ein Jäger einem Autofahrer keine Bescheinigung ausgestellt habe. Polizeihauptkommissar Herbert Mattes sagte auf Nachfrage, dass ein Geschädigter gegenüber der Versicherung auf der sicheren Seite sei, wenn die Polizei den Vorfall aufnehme und die Bescheinigung ausstellt.

Bisher hätten die betroffenen Verkehrsteilnehmer keine Probleme mit der Versicherung gehabt, wenn sie solche Bestätigungen aus der Hand eines Jägers vorlegen, wandte ein Versammlungsteilnehmer ein. Ein weiterer berichtete, dass ein Autobesitzer von ihm eine Bescheinigung über einen Wildunfall wollte. Das Ereignis sei schon eine Zeit lang her gewesen. Der Jäger habe die Ausstellung auch deshalb verweigert, weil die Angaben des Fahrers den Tatsachen nicht entsprochen hätten.

Die HUK-Coburg in Regensburg und Joachim Schramek von der Bezirksdirektion der Zurich Versicherungen in Altenstadt haben bis jetzt noch keine Probleme mit Bescheinigungen von Jägern gehabt, sagten sie auf telefonische Nachfrage. Doch es werde vermehrt versucht, die Versicherungen zu tricksen, so ihr einstimmiger Kommentar.

Damit ein Wildschaden problemlos erstattet werde, sollte der Geschädigte Bilder machen, die er zusammen mit der Bescheinigung des Jägers einreichen könnte. Mattes: "Die Beweislast liegt beim Geschädigten. Ist sie beweiskräftig, hat er keine Probleme mit der Versicherung."
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