Traumhaftes Wetter beim zehnten Bauernmarkt
Tausende stürmen Bauernmarkt

Viele neugierige Blicke zog Josef Roith auf sich, der beim Drechseln seine Fertigkeiten zeigte.

"Unsere Bauern scheinen einen ganz besonderen Draht nach oben zu haben", freute sich Bürgermeister und Schirmherr Rupert Troppmann. Wie in den vergangenen Jahren war das Wetter auch beim zehnten Bauernmarkt des Bauernverbandes traumhaft. Weit über 10.000 Besucher strömten in die Kreisstadt.

Erna Häupl und Manfred Kellner hatten ihre ökumenische Andacht zur Eröffnung des Marktes am Sonntagvormittag auf die aktuellen weltpolitischen Krisengebiete ausgerichtet. Gerade Landwirte wüssten, dass nicht nur richtiger Düngereinsatz zu einer guten Ernte führe. Auch äußerer Frieden und verantwortungsvolle Verbraucher seien nötig. Die Stadtkapelle Neustadt mit Dirigent Karl Wildenauer spielte "Großer Gott, wir loben Dich".

Das Jagdhornbläsercorps eröffnete den weltlichen Teil. "Bauer ist ein Beruf, aber auch eine Berufung. Bei vielen Landwirten ist auch Leidenschaft dabei", sagte BBV-Kreisobmann Josef Fütterer. "Die Landwirte sind mit Grund und Boden verwurzelt, und so schaffen wir Heimat." Kreisbäuerin Christa Kick dankte den treuen Besuchern: "Sie waren bereit, unsere Produkte in ihrer Vielfalt, Frische, Vielseitigkeit und Vermarktung kennenzulernen. Sie haben in ganz erheblichem Umfang dazu beigetragen, das Bild der modernen Landfrau gesellschaftlich aufzuwerten und zu verankern."

Die bayerische Milchkönigin Katharina Schlattl riet zum Einkauf: "Genießen'S die Schmankerl, die es hier gibt, und nehmen'S auch was mit nach Hause." Landrat und weiterer Schirmherr Andreas Meier erkannte in der Bevölkerung ein wachsendes Interesse daran, wie Lebensmittel produziert und Tiere gehalten werden. "Ich glaube, dass sich dieses Qualitätsbewusstsein wieder festsetzt", meinte der Landkreischef und bat, diese Arbeit zu belohnen.

Über 60 Stände drängten sich dicht an dicht. "Es ist auffällig, dass so viele Direktvermarkter hier sind. Die Vielfalt ist beeindruckend", bemerkte Milchkönigin Schlattl. Einer dieser Direktvermarkter nennt sich "Kulmschätze". Betreiberin Arina Schultes bietet Tees, Sirup und Naturkosmetika an. Zum Beispiel ein Naturdeo, das "ohne irgendwelche chemischen Stoffe" hergestellt wird und unter anderem mit der Duftnote "Kokos natur" erhältlich ist. Für ihre Teesorten, die vielversprechende Namen wie "Kraft ohne Ende", "Frauenpower" oder "Glücksmomente" tragen, sammelt sie überwiegend Wildkräuter. Salbei oder Lavendel baut sie im eigenen Garten an. "Nur die Passionsblume ist zugekauft", erzählt Schultes.

Der Besucherstrom beim zehnten Neustädter Bauernmarkt riss nicht ab. „Wir hatten noch nie schon um die Mittagszeit so viele Leute. 10 000 reichen nie“, sagte der Geschäftsführer des Bauernverbands, Hans Winter. Bilder von Benedikt Grimm


Der Rindsleberkäs vom "Schneinderhof" kommt ganz ohne Bindemittel aus, weil er aus Warmfleischbrät hergestellt wird. Dazu muss das Fleisch innerhalb der ersten drei Stunden nach der Schlachtung verarbeitet werden. Am Stand des Straußenhofes in Kotzenbach gibt es Eierlikör aus Straußeneiern. Das Gelb des Likörs ist etwas heller als beim Produkt aus dem Supermarkt. Doch das bürge für Qualität. "Wir füttern keinerlei Kraftfutter", erklärt Harald Franz.

"Das Bewusstsein für regionale Produkte und das Verständnis dafür, dass damit das Geld in der Region bleibt, wird besser", wusste Christine Hösl, die seit dreieinhalb Jahren das "Landgericht" in Weiden betreibt und dort von Montag bis Samstag Mittagessen ohne Zusatzstoffe anbietet. "Olivenöl aus Griechenland ist wochenlang unterwegs. Darunter leidet auch die Qualität", ist Hösl überzeugt und rät zu regionalem Rapsöl.

Der Jagdverband hatte mit der Jagdhundevorstellung die Hundefreunde auf seiner Seite. Leinenführigkeit, Schussfestigkeit und Verlorenbringen von Feder- und Wasserwild seien wichtig für einen brauchbaren Jagdhund, der zum Beispiel Voraussetzung für eine Drückjagd sei, erklärte Wunibald Heinl. "Der Hund muss auch eine Wasserfreude habe." Münsterländer, Bayerische Gebirgsschweißhunde, ein Hannoverscher Schweißhund und ein Magyar Vizsla, - ein ungarischer Vorstehhund, die von ihren Führern nacheinander auf die Schaufläche geführt wurden, präsentierten ihr glänzendes Fell.
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