Vermutlich leichter Anstieg bis 2020 - Auch Glaswollabgabe in Deponie Kalkhäusl bald teurer
Adieu, sinkende Müllgebühren

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Es klingt paradox, hat aber seine Richtigkeit. Der Landkreis hat seine Müllgebühren für die Jahre 2012 bis 2014 so kalkuliert, dass er einen Überschuss von etwa 300 000 Euro erwirtschaftet hat. Die gibt er voll an die Bürger weiter, indem er sie in die Kalkulation 2015 bis 2017 einfließen lässt. Doch das reicht nicht: Die Gebühren müssen steigen, um kostendeckend zu sein (wir berichteten). Der Umweltausschuss folgte einstimmig diesem Vorschlag der Verwaltung.

Die Gründe für die teurere Müllabfuhr sind vielfältig. Zum einen verlangt der Müllzweckverband Schwandorf erheblich mehr für die Verbrennung. Zum anderen fordert der Kommunale Prüfungsverband, Deponiekosten auf die Bürger umzulegen. Drittens werden die Verträge mit den Entsorgungsunternehmen für Haus- und Sperrmüll sowie Grüngut neu verhandelt. Auch das dürfte nicht billiger werden.

"Ehrlicher Weg"

Wie schwierig die Preisentwicklung auf dem Müllsektor einzuschätzen ist, erläuterte Sachgebietsleiterin Michaela Harrer an einem Beispiel. "Wenn ich drei Jahre extrem gute Papierpreise hinter mir habe, kann ich nicht davon ausgehen, dass das automatisch so bleibt." Diese behutsame Kalkulation führte eben zuletzt zu einem Überschuss. Der Gesetzgeber sieht aber nun vor, dass der Kreis damit keine Rücklagen für schlechtere Zeiten bei der Entsorgung bildet, sondern dass der Überschuss voll in die neue Kalkulation einfließt. Damit ist laut Harrer abzusehen, dass für 2018 bis 2020 die nächste Erhöhung ins Haus steht.

"Wir gehen hier einen offenen und ehrlichen Weg", sagte Landrat Andreas Meier, der dafür Zustimmung aus allen Fraktionen erhielt. Klaus Bergmann (Grüne) hatte nachgerechnet, dass die Steigerung je nach Mülltonnengröße rund zehn Prozent ausmacht und Eigenkompostierer etwas stärker zur Kasse gebeten werden. Das liege daran, dass der Anteil für Nichtkompostierer in der Vergangenheit etwas zu hoch angesetzt war, erklärten die Fachleute.

Für mehr Kontroversen sorgte die Deponie Kalkhäusl. Dort werden seit 2005 nur mehr Kleinmengen an Asbest und Glaswolle angenommen, etwa Eternitplatten. 2013 waren es 62 Tonnen. Diese werden auf der Deponie Steinmühle im Kreis Tirschenreuth entsorgt.

Das wird ab Januar vermutlich nicht mehr so klappen wie bisher. Daher soll für Asbest wie bisher der Preis für eine Tonne bei 125 Euro bleiben, aber bei Glas- oder Steinwolle pro Kubikmeter (125 Euro) abgerechnet werden. Damit würde sich Kalkhäusl dem Vorgehen in Steinmühle anpassen. Die Kosten sollen über die Annahmegebühr gedeckt werden.

Gerald Morgenstern (CSU) hatte daran zu schlucken. Die Abrechnung nach Kubikmetern bedeuten einen Sprung um 30 Prozent nach oben. "Ich sehe die Gefahr, dass die Leute dann wieder wild entsorgen." Derartige Probleme gebe es zum Glück noch nicht, sagten die Abfallexperten. Landrat Meier antwortete, dass diese 30 Prozent noch sehr vorsichtig kalkuliert seien. Kreisbaumeister Werner Kraus erklärte, warum. "Es wäre einfacher nach Tonnage abzurechnen, dann müssten wir aber demnächst 400 Euro verlangen."
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