Vertrag liegt in der Tonne

Ein halbes Jahr lang schwärmen die Bergler-Müllfahrzeuge vom Firmensitz in Weiherhammer zusammen mit denen des Tochterunternehmens Schmid und Zweck in Amberg noch aus, um den Rest- und Sperrmüll im mittleren und östlichen Landkreis einzusammeln. Wer die Abfuhr ab 1. Juli übernimmt, muss nach der Kündigung durch die beiden Betriebe das Ergebnis der jetzt anlaufenden europaweiten Ausschreibung zeigen. Bild: war

Die Firma Bergler hat den Vertrag zur Müllentsorgung in Teilen des Landkreises gekündigt. Nun steht die Neuausschreibung an.

Die Firma Bergler aus Weiherhammer sowie deren in Amberg sitzende Tochter Schmid und Zweck in Amberg wollen den Rest- und den Sperrmüll in der Mitte und im Osten des Landkreises nicht mehr wegfahren. Zumindest nicht zu den seit 2008 geltenden Konditionen.

Wie Geschäftsführerin Marion Bergler bestätigte, haben die Unternehmen die Verträge im Sommer gekündigt. 2012 hat Bergler der Entsorgungsbetrieb Schmid und Zweck übernommen.

Bergler sprach von einer langen Laufzeit der Kontrakte. Von daher sei die Auflösung an der Zeit gewesen. "Die Konditionen mussten mal wieder angepasst werden." Doch dazu sind dem Landkreis die Hände gebunden. Verhandlungsspielraum gibt es aufgrund der Gesetzeslage nicht. Bergler: "Wenn man nicht mehr ganz zufrieden ist, muss man kündigen."

Europaweite Ausschreibung

Beim Landratsamt ging das Schreiben am 24. Juni ein. Es sei wohl üblich, dass sich die Bedingungen nach mittlerweile sieben Jahren mal ändern, urteilte Behördensprecherin Claudia Prößl. Die Kündigungsfrist betrug ein Jahr. Letzter Abfuhrtag ist der 30. Juni diesen Jahres.

Damit auch danach die Müllabfuhr wie gewohnt weitergeht, arbeiten die Beamten derzeit an der Ausschreibung der beiden Bezirke. Die muss europaweit erfolgen. Das könne schon in den nächsten Tagen geschehen, meinte Prößl.

In der Kreisverwaltung sieht man die Entwicklung relativ gelassen. Auch wenn die Auswirkungen noch nicht komplett absehbar seien, geht Prößl davon aus, dass sich die Gebühren für die Bürger nicht wesentlich ändern.

Chance für Zuschlag

Man wolle sich auf jeden Fall wieder um die Müllentsorgung im mittleren und östlichen Landkreis bewerben, kündigte Bergler an, die seit 2013 an der Spitze des Unternehmens steht. Es gebe eine reelle Chance, den Auftrag erneut an Land zu ziehen. Sollte dies nicht gelingen, sei dies kein einschneidender Verlust, bekräftigte die Firmenchefin. "Die Arbeitsplätze bleiben auf jeden Fall erhalten, auch wenn wir den Zuschlag nicht bekommen", versprach Bergler am Mittwoch.

Im Westen, dem Gebiet des Altlandkreises Eschenbach, bleibt alles beim Alten. Hier kümmert sich die Windischeschenbacher Firma Kraus auch künftig um den Abfall.
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