Viel Verkehr von innen

Autos fahren den Stadtplatz rauf und runter, viele Fahrer sind nur auf der Durchreise von oder nach Weiden. Die größte Überraschung: Für den Großteil des Verkehrs sind die Neustädter selbst verantwortlich.

(esc) Robert Ulzhöfer appellierte an Stadträte und Honoratioren der Stadt: "Steigen Sie um auf ein E-Bike, machen Sie eine Sammelbestellung und seien Sie Vorbild für die Bürger." Dieser Vorschlag des Verkehrsplaners rang den Räten ein Schmunzeln ab.

Erkenntnisse des Münchners Ulzhöfer aus den Untersuchungen für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK): Mehr als 12 000 Autos am Tag überqueren den Stadtplatz, jedes vierte Fahrzeug in der Freyung durchfährt Neustadt komplett, jedes dritte kommt aus oder fährt nach Weiden. Ein Teil davon bleibe in Neustadt hängen - "das ist der Verkehrsaustausch zwischen dem großen und dem kleinen Bruder", verglich Ulzhöfer.

Stellplätze nicht ausgelastet

Die Neustädter selbst sind nicht unbeteiligt am Verkehr. Hochgerechnet würden etwa 4500 Autos von der Neustädter Bevölkerung durch das Stadtgebiet gefahren werden. Sprich: Die Verkehrsbelastung kommt aus den eigenen Reihen.

Erfreulich sind die Ergebnisse zur Parksituation. Hatten die Neustädter in den vergangenen Jahren noch die Befürchtung, zu wenige Stellplätze zu haben, werden die nun vorhandenen nicht ausgelastet. "Das Parken stellt kein gravierendes Problem in Neustadt dar", fasste Ulzhöfer zusammen. Im Bereich Freyung stehen 50 Stellplätze zur Verfügung, im Areal um den Stadtplatz sind es 45. Im Zeitraum zwischen 7 und 18 Uhr sind beide nicht ausgelastet.

Um dem Durchgangsverkehr entgegenzuwirken, sieht der Verkehrsexperte vor, den Autofahrern die Route durch den Tunnel schmackhaft zu machen. "Da ist man schneller als durch die Stadt." In der Freyung sei zu überlegen, den Verkehrsfluss durch verlangsamende Maßnahmen auszubremsen. Auch schwebt ihm eine Umgestaltung des Raiffeisenplatzes vor. Die Lösung wäre ein "Mini-Kreisverkehr".

Weiterhin wäre der Ausbau des Fuß- und Radwegenetzes denkbar. Die Wege nutze die Bevölkerung bereits in der Freizeit. Rund um das Schulzentrum soll die Sicherheit erhöht werden. Den Bring- und Holverkehr der Eltern will der Experte verlagern, damit um die Schulen nicht zu viele Autos unterwegs sind und die Unfallgefahr sinkt.

"Bürger-Bus-System"

Zu überlegen wäre auch die Frage zur Mobilität der Bewohner über 65 Jahren. Die werden immer mehr. "Ein ehrenamtliches Engagement mit einem Bürger-Bus-System wäre denkbar, um die Senioren zum Arzt oder Einkaufen zu bringen."
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