Volkstrauertag erinnert an Schicksale und Konsequenzen
Nicht für Gestrige

Die Soldatenkameradschaft 1873 feuerte drei Mal Salut. Der Männergesangsverein Sängerbund stimmte "Wanderers Nachtgebet" und "Über den Sternen" an. Die Neustädter begingen am Sonntag den Volkstrauertag und gedachten auch der Opfer der jüngsten Terroranschläge. Bild: bgm
"Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass wir in Deutschland Frieden haben, es ist ein Geschenk", sagte Pfarrer Ulrich Gruber, nachdem Bürgermeister Rupert Troppmann die Namen der 30 Neustädter verlesen hatte, die in den letzten vier Kriegsmonaten im Jahr 1945 ihr Leben verloren.

"Ich wiederhole gerne meine Aussage der vergangenen Jahre, dass mit dieser Personifizierung der Schicksale auch das Denken, das Erinnern an die schrecklichen Ereignisse vor 70 Jahren gegenwärtiger werden", so der Bürgermeister, der das Rednerpult bewusst zwischen dem Gedenkstein der Heimatvertriebenen und dem Kriegerdenkmal aufstellen ließ. "Beide Gedenksteine sind untrennbar miteinander verbunden, denn der Krieg war ursächlich für die Vertreibung von über zehn Millionen Deutschen." Kein Historiker könne sagen, wie viele Hunderttausende Frauen, Kinder und Männer bei der Flucht und Vertreibung ihr Leben verloren haben. Inzwischen hätten die Flüchtlinge von damals in Neustadt eine Heimat gefunden.

"Lassen Sie all diese Gedanken mit einfließen in die heutige Zeit, in die aktuellen Themen Asyl, Flüchtlinge, Terror und Kriege. Dann waren die Opfer vor 70 Jahren nicht vollkommen sinnlos und der Volkstrauertag nicht für gestrige, sondern für die modernen Menschen unserer Republik, die aus der Vergangenheit Lehren ziehen wollen."
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