Von wegen heiles Landleben

Beim Gespräch über "Frauen im ländlichen Raum" unterhielten sich Dr. Simone Strohmayr (Vierte von rechts), Ruth Müller (links) und Annette Karl (Vierte von links) mit AsF-Frauen aus der Region. Bild: fz

Hochkarätige Frauen- und Familienpolitikerinnen hatte Annette Karl zu Gast. Es sind Fraktionskolleginnen aus dem Landtag. Sie gaben die Parole aus: Weg von Ideologie, immer an die Bedürfnisse von Eltern und Kinder denken.

Über "Frauen im ländlichen Raum" unterhielten sich im Hotel Grader die frauenpolitische Sprecherin und Vizevorsitzende der Dr. Simone Strohmayr sowie Ruth Müller als Mitglied des Ausschusses für Gesundheit und Pflege zusammen mit Kreisvorsitzender Karl. Sie hatten einige SPD-Frauen aus der Region, unter anderem die neuen Vorsitzenden im AsF-Unterbezirk Weiden-Neustadt-Tirschenreuth, Sabine Zeitler, und die AsF-Kreisvorsitzenden Johanna Kraus zu Gast.

Infrastruktur verbessern

Karl brachte zum Ausdruck, dass die Familienbilder "Stadt/Land" sehr unterschiedlich seien. Daher gebe es auch nicht den einen richtigen Weg. Strohmayr und Müller berichteten von einem interessanten Modell in Schweinfurt, einem Kinder-Familien-Zentrum, in dem viele Funktionen unter einem Dach vereint sind. Für so etwas brauche es allerdings Fördertöpfe. Genauso sehe es mit Frauenhäusern aus, die immer um Mittel kämpfen müssen. Das Haus in Weiden liege mit 20 000 Euro unter dem bayerischen Förderschnitt.

"Wir haben festgestellt, dass Eltern einfach mehr Zeit brauchen. Auf dem Land haben sie nicht die Infrastruktur einer Stadt." Das beginne beim zweiten Auto, wenn die Frau arbeiten wolle und gehe bis zur Betreuung der Kinder in Randzeiten. Den Arbeitgebern im ländlichen Raum müsse man deutlich machen, dass sie mit Flexibilität hervorragende Arbeitskräfte an sich binden könnten. Das treffe vor allem auf größere Firmen zu, wenn sie sich in der Kinderbetreuung engagierten.

Trugschluss Betreuungsgeld

Karl, Strohmayr und Müller machten auch deutlich, dass 180 Millionen Euro Betreuungsgeld in Bayern pro Jahr die Qualität der Kinderbetreuung nicht heben. "Die 150 Euro sind zu wenig, um zu Hause zu bleiben." Die persönliche Botschaft sei, den Familien zu helfen, indem man für sie an der Steuerschraube drehe. Das Landtagstrio erkundige sich danach noch bei Frauen in der Praxis des Arbeitsalltags. Einmal bei stellvertretender Landrätin und Bürgermeisterin Margit Kirzinger sowie bei der Agentur für Arbeit in Weiden zum Arbeitsmarkt für Frauen.
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