Vorsicht, heiß

Vom Ofen in die Tüte - wenn Hans-Jürgen Kappert sein knuspriges Brot überreicht, verbrennt man sich daran die Finger. Für frisch gebackene Brote aus dem Neustädter Kommunbackofen nehmen das viele gern in Kauf.

Um den alten Ofen nach der Sanierung gebührend einzuweihen, ließ ihn Kappert schon einmal Probe glühen. Für die Neustädter waren die goldbraunen Laibe etwas Besonderes. Über die Stadtgrenzen hinaus wurde der Geschmack des Holzofenbrotes bekannt.

Köstliches Aroma

Kappert weiß auch, warum: "Dieses Brot schmeckt viel intensiver als eines aus der Bäckerei." Da der Ofen mit Holz betrieben werde, sei die Hitze anders und wirke sich auf das Aroma aus. Allerdings müsse der Ofen regelmäßig sauber gemacht werden, damit der Teig keine rußige Note bekomme. Durch das Holz bekomme der Laib außerdem eine gute Kruste. "Geschmacklich und optisch ist sie nicht mit anderen zu vergleichen", schwärmt der Kommunbäcker.

Den Teig für die Brote hat Arnold Josef schon am Vortag zubereitet. "Sie werden aus Natursauerteig hergestellt, und der muss mindestens einen halben30 Grad lagerte er sie in Weidenkörben in seiner Backstube, Danach dürfe man aber nicht lange damit warten, sie in den alten Backofen zu schieben. Dort blieben sie für eine Stunde bei 400 Grad. Wer wollte, konnte gemeinsam mit dem erfahrenen Bäcker den komplizierten Natursauerteig herstellen.

Der Bäcker verwendet zwar kein Geheimrezept, trotzdem lockt er Menschen aus dem näheren Umkreis an. Ihnen schmeckt aber nicht nur das Brot, sie finden auch die Tradition dahinter gut. "Es ist schön, dass es in unserer Umgebung noch so einen alten Ofen gibt", begeisterte sich Christine Luschner. Solche alten Gewohnheiten müsse man aufrecht erhalten und unterstützen. Gemeinsam mit seinem "Gesellen" Hans Völkl ("Stutz") schoss Kapper allein am Freitag über 62 Brote ein. "Für Sonntag wurden schon 60 Dreipfunder für ein Fest vorbestellt", freute sich Völkl. In Zukunft soll in der Lindenstraße an jedem letzten Freitag im Monat der Kommunbackofen angeheizt werden.
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