Weichen stehen auf Neubau

Ungefähr so könnte ein Neubau des "Kobels" am Landratsamt aussehen. Das Modell stammt von Kreisbaumeister Werner Kraus. Wie die Beamten am Hohlweg künftig residieren, soll aber ein Architektenwettbewerb entscheiden.

Übernimmt ein Berliner, Madrilene oder Stockholmer den Neubau des "Kobels" am Landratsamt? Theoretisch ist das möglich, denn der Kreisausschuss entschied sich für einen europaweiten Architektenwettbewerb. Davon sind nicht alle begeistert.

Kreisbaumeister Werner Kraus stellte den Fraktionen eine Machbarkeitsstudie für das neue Verwaltungsgebäude vor. Es würde rund 4,2 Millionen Euro kosten. Eine Sanierung käme dagegen nur auf rund 800 000 Euro. Doch die sei nicht unbedingt zweckmäßig, erklärte Kraus. Denn abgesehen davon, dass der Flachbau von 1971 an allen Ecken nach Erneuerung schreit, würde eine Erweiterung oder Aufstockung des Gebäudes kaum den notwendigen Platz für die Mitarbeiter bringen.

Keine Sanierung im Bestand

Billiger wäre es auch nicht in jedem Fall, betonte Landrat Andreas Meier: "Bauen oder Sanieren im Bestand ist oft wesentlich teurer und komplizierter als ein Neubau." Er wies ferner darauf hin, dass durch Abriss und Ersatzbau an gleicher Stelle niemand in Landratsamt-Außenstellen eine Versetzung fürchten müsse. "Die Leute werden nicht abgezogen."

Karl Lorenz (Freie Wähler) und Markus Heining (ÖDP) überzeugte das nicht. Lorenz: "Das ist schon ein gewaltiger Kostenunterschied, der entspricht vier Prozent Kreisumlage." Er bezweifelte, ob die Umlage noch stabil bleiben könne, wenn man auch noch neun Millionen für die Sanierung des Gymnasiums Neustadt dazurechne.

Lorenz brachte stattdessen die Sanierung des alten Landratsamts in Eschenbach für 1,5 bis 2 Millionen Euro ins Spiel. "Eine Verlagerung von Stellen dorthin wäre durchaus vorstellbar. Nicht alle Sachgebiete haben hohen Publikumsverkehr." So hätte auch der Landkreis-Westen etwas davon, da Neustadt für viele nur schlecht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sei.

Diese Auffassung teilten CSU, SPD, Grüne und Verwaltung nicht. Sie stimmten dafür, einen Architektenwettbewerb nach VOF-Verfahren in Auftrag zu geben. Ähnlich wie beim Gymnasium müsste der europaweit ausgeschrieben werden. Entwürfe würden anonym eingereicht. Einige davon würde eine Jury auswählen und die Planer zu einem Gespräch einladen.

2018 soll alles stehen

Aus den drei Entwürfen, die der Jury am besten gefallen, würde einer ausgewählt. Wenn alles reibungslos läuft, könnte der Fahrplan zum neuen Gebäude am Hohlweg so aussehen: Abbruch im Frühjahr 2016, dann anderthalb Jahre oder knapp zwei Jahre Bauzeit und Ende 2017/Anfang 2018 Eröffnung. "Aus Erfahrung würde ich eher mal sagen zweites Halbjahr 2018", schmunzelte Landrat Meier. Das Hallenbad Eschenbach erwähnte er dabei mit keinem Wort.
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