Weißbier-Rasta tritt Lobbyist

Matthias Meier, Sigi Mühlbauer und Christian Maier (von links) sind "Da Huawa, da Meier und I". Sie begeisterten mit ihrem Programm "D" Würfel san rund" in der Stadthalle restlos. Unter anderem mit ihren Kommentaren zur Energiewende. Bild: prh

Mit einer bunten Mischung aus Gaudi, offener Kritik an der Heimat und der Politik, einem ganz eigenen Musikstil und viel Lust am Entertainment mischten "Da Huawa, da Meier und I" in der Stadthalle auf. Zum Dank gab es am Ende stehende Ovationen.

Christian Maier alias "da Huawa", Matthias Meier, genannt "da Meier", und Sigi Mühlbauer, der "I", sind längst keine Unbekannten mehr. 15 Jahre lang entwickelten sie sich bei über 100 Live-Konzerten im Jahr zu einer der erfolgreichsten Musik-Kabarett-Gruppen Bayerns.

Sie kombinieren bayerische Volksmusik mit Musikrichtungen aus aller Welt und garnieren sie mit einer originellen Bühnenshow. So auch im aktuellen Programm "D' Würfel san rund". Aufgespielt wird dabei in Tracht und Lederhosen, gesungen in bayerischer Mundart. Es geht um das Hick-Hack um regenerative Energieformen, die Gesundheitsreform, die manch einen zwingt, seine Zähne in Ungarn behandeln zu lassen, oder das Abhören und Ausspionieren staatlicher Organisationen.

Facebook-Spionage

Die Stelle des Denunzianten wird gestrichen, weil Facebook und ein programmierter Wurm jetzt reichen, um die Leute auszukundschaften. Wie ein "Fahndl im Wind" dreht sich der Lobbyist. Das Trio stimmt ein kollektives Jammern an, das im Freistaat auf hohem Niveau erfolgt und singt vom "Weißbier-Rasta", der keinen "Speedway" ins tschechische Nachbarland braucht, sondern sich mit "Naabecker, Naabecker" zufrieden gibt. Umwerfend komisch sind die spontanen Einlagen von Matthias Meier, dem Motor der Show. "Man muss ihn immer anschauen", meinte eine begeisterte Zuhörerin. "Da Meier" überzeugte aber auch musikalisch am Bass und mit seinem Sammelsurium an Blasinstrumenten, von der Trompete über das Horn bis zur Schlauchmelodika.

Christian Maier ist für den Großteil der Stücke verantwortlich. Er trumpfte mit seiner Stimme und seinen Gitarren auf, auf denen er das bayerische "Um-Ta-Ta" ebenso beherrscht wie den feinsinnigen Blues oder den groovigen Reggae. Sigi Mühlbauer war für die Percussion zuständig. Er sorgte sowohl für kernig-bayerische als auch rockige Beats und zeigte sich auch an der Trompete als Meister.

Die drei sendeten einen Hilferuf an die bayerische Seele und den bayerischen Dialekt in einem emotionalen Blues: "Du kannst alle Gemeinheiten mit mir machen, aber sag bitte, bitte niemals tschüss." Am Ende erklärte "da Huawa", warum für ihn in vielen Dingen die Würfel rund und nicht mehr eckig sind. Dann nämlich, wenn bei 10 000 geschlachteten Schweinen das Fleisch von 4000 wegen dem Erreichen des Verfalldatums einfach entsorgt werden muss, oder dann, wenn seine Mutter nach 40 Jahren Arbeit mit 300 Euro Rente da steht.

Hommage an Liederbühne

In den stürmisch geforderten Zugaben spielten die drei Burschen noch drei ihrer Klassiker aus den letzten 15 Jahren. Der "Bauernblues" kam prächtig an, ebenso wie die Hymne ans Bayernland und die Hommage an die "Liederbühne Robinson" in Runding, auf der sie die ersten musikalischen Gehversuche gemacht haben.
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