Weniger sind mehr

Obwohl Autofahrer in der Tiefgarage in Neustadt für zwei Stunden umsonst parken können, ist sie kaum ausgelastet. Das könnte sich aber bald ändern: Auf dem Stadtplatz werden einige Stellplätze abgebaut. Bild: Götz

Manche Städte würden es als Luxusproblem bezeichnen, Weiden ist vielleicht sogar ein bisschen neidisch: Neustadt glänzt mit vielen Parkplätzen, die Tiefgarage ist sogar so gut wie leer. Dafür sollen jetzt am Stadtplatz Stellflächen wegfallen.

(esc) In der Stadtratssitzung herrschte Einigkeit: Die Parkplätze am Stadtplatz reichen aus. Hinzu kommt noch die Auflage aus der Sanierung des Stadtplatzes: Mit dem Bau der Tiefgarage sollten in der Innenstadt Parkplätze wegfallen. Dafür sind jetzt genügend Plätze in der Tiefgarage vorhanden.

Parkdauer: 30 Minuten

Mitte April trafen sich die Fraktionssprecher mit Bürgermeister Rupert Troppmann, um über eine Reduzierung der Parkflächen am Stadtplatz zu sprechen. Alle waren sich einig, dass es weniger werden müssen. Zur Vorgabe der Regierung der Oberpfalz komme außerdem, dass der Platz nicht nur als Abstellfläche für Autos genutzt werden sollte.

Die Stellplätze am Stadtplatz sollten sich mit denen in der Tiefgarage die Waage halten, waren sich die Teilnehmer einig. "Wir wollen auch den Gewerbetreibenden entgegenkommen und die Parkdauer auf eine halbe Stunde beschränken", sagte Troppmann. Auch die Polizeiinspektion Neustadt begrüße diese Regelung. "Wir wollen nicht mehr Parkplätze wegnehmen als wir in der Tiefgarage haben", sagte CSU-Fraktionssprecher Josef Arnold. Mit dem Abbau der Stellplätze solle außerdem die "Schönheit des Stadtplatzes" wieder besser zu sehen sein. Sollte der Bedarf an Stellflächen wieder steigen, könne man alles wieder ändern.

"Die Parkplatzreduzierung war Verpflichtung des Förderprogramms bei der Sanierung des Stadtplatzes", stimmte Achim Neupert (SPD) zu. Die Fraktionen hätten sich zum Thema gut abgestimmt. Er habe die Erfahrung gesammelt, dass die Tiefgarage zwar da sei, aber schlecht genutzt werde. "Der Stadtrat sollte mit gutem Beispiel vorangehen und die Tiefgarage nutzen", appellierte Neupert an seine Kollegen. Aus der SPD-Fraktion kamen noch zwei Vorschläge zur Nutzung der frei werdenden Flächen: zwei zusätzliche Behindertenparkplätze beim Rathaus und die entstehenden Ruhezonen mit "noch mehr Sinnhaftigkeit" erfüllen.

Zwei Phasen

"Der Stadtplatz ist die gute Stube Neustadts, wir müssen die Autos rausbekommen", stellte Gerhard Steiner (FW) fest. Auch seine Fraktion befürworte die Beschränkung der Parkdauer auf 30 Minuten und zusätzliche Behindertenstellplätze vor der Apotheke und dem Ärztehaus.

"Auf einen Behindertenparkplatz darf sich kein anderer hinstellen. Jeder, der einen entsprechenden Ausweis hat, darf sich auf jeden Parkplatz stellen. Und zwar solange er möchte", gab Troppmann zu bedenken. "Ich sehe die Vielzahl an Behindertenparkplätzen auf dieser kurzen Strecke nicht als notwendig." Dritter Bürgermeister Heribert Schubert (SPD) schlug vor, einen der Behindertenparkplätze vom Landratsamt ans Rathaus zu verlegen. Dann bliebe die Anzahl der Behindertenparkplätze gleich. Damit waren die Räte einverstanden.

Der zukünftige Stellplatz soll nicht liniert werden, die derzeitige Erscheinungsform als Stadtplatz erhalten bleiben. Ruheflächen werden eingerichtet, wie mit Bänken oder Blumenkästen. "Eine sinnvolle Nutzung der Zonen ist gut, Vorschläge sind willkommen", sagte Troppmann.

Umgesetzt wird das Ganze in zwei Schritten: Zunächst wird alles unterhalb der Bushaltestelle Richtung Rathaus realisiert. Nach der Sanierung der Knorrstraße (voraussichtlich Ende der Sommerferien) wird der Rest Richtung Landratsamt erledigt.
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