Wertvolle Schule fürs Leben

Mit Saxofon und Klavier kennt sich Kerstin Zenner aus. Die Bundesfreiwilligendienstlerin ist für die Musikschule Gold wert. Bild: kwl

Ein Gewinn für beide Seiten: Die Musikschule hat mit ihren Bundesfreiwilligendienstlern beste Erfahrungen gemacht. Kerstin Zenner ist jetzt als mittlerweile Dritte im Bunde für ein Jahr an Bord.

Der Anstoß, sich um diesen Job zu bewerben, kam von Mutter Erika Zenner. Sie hatte im "Neuen Tag" gelesen, dass die Musikschule eine Stelle für Bundesfreiwilligendienstler anbietet. "Das wär' doch was für Dich", zeigte sie der Tochter den Zeitungsartikel. Das Bewerbungsgespräch bei Musikschulleiter Karl Wildenauer erfolgte bereits einige Tage später.

Nach dem Abitur wollte die 19-Jährige nicht gleich wieder büffeln, sondern zunächst etwas Kreatives und Praktisches machen. Da kam dieses Angebot als Bufdi, so die Kurzbezeichnung, gerade recht. "Vor allem die Vielfalt der Tätigkeit macht großen Spaß", schwärmt die Windischeschenbacherin.

Umgang mit Jung und Alt

In der musikalischen Früherziehung kommt sie mit den Jüngsten in Kontakt. "Der Umgang mit den Knirpsen liegt ihr. Zwischenzeitlich kennt sie alle Kinder schon mit Vornamen", ist Musiklehrerin Maria Wildenauer von Zenners Engagement und dem einfühlsamen Umgang mit den Zöglingen begeistert. Die junge Frau habe schon in den ersten Monaten viel Eigeninitiative entwickelt und mehrere Unterrichtsmaterialien gebastelt. Die Eltern schätzen ihre fürsorgliche Art.

Die Veeh-Harfenisten schwärmen so richtig von der lebensfrohen Abiturientin. "Sie erfüllt uns viele Wünsche und hilft beim Aufbau im Probenraum mit", lobt Lehrerin Kornelia Kraus. Die Noten für sämtliche vorgesehenen Stücke liegen bereits parat, wenn die Akteure kommen. Beim Herrichten des Multifunktionsraumes legt die junge Frau für die 80 Musikanten auf sämtliche Garnituren Tischdecken, um für Wohlfühlcharakter zu sorgen.

Auch um den inzwischen auf über 200 Stücke angewachsenen Fundus mit besonderer Notation kümmert sich die Helferin. In der Probe am Donnerstag spielte sie erstmals selbst auf dem seltenen Instrument mit.

Bei Jürgen Eckert hospitiert die junge Dame im Saxofonunterricht. Bereits viel Erfahrung bringt sie für das Klavier mit. In ihrer früheren Heimat in Lappersdorf bei Regensburg hatte sie zwölf Jahre lang Unterricht auf dem Tasteninstrument.

Akribische Archivarbeit

Gerne ist die Vollblutmusikerin bei den Proben der Stadtkapelle dabei. Auch beim Vororchester, das Andreas Träger und Maria Wildenauer leiten, wirkt sie mit. Gewissenhaft pflegt sie das Notenarchiv, freut sich Karl Wildenauer. Bei den 43 Mitgliedern der Stadtkapelle ist Zenner als umgänglicher und geselliger Typ beliebt.

Musikschulleiter Wildenauer schätzt sie als fleißige Kraft. Die Praktikantin freut sich darüber: "Das erste Vierteljahr hat mir für das selbstständige Arbeiten und den eigenen Entscheidungsspielraum sehr viel gebracht. Das Mitwirken im Unterricht bei Jung und Alt ist für mich besonders aufschlussreich." In den Lehrstunden brauche man je nach "Klientel" verschiedene pädagogische Ansätze. Gruppendynamisches Verhalten könne man gut beobachten.

Lob von allen Seiten

"Beim Christkindlmarkt hat sich Kerstin mächtig ins Zeug gelegt. Sie konzipierte mehrere Plakate und hat ihre Ideen mit eingebracht", lobt Reinhold Schwarzmeier. "Sie hat zudem eine sehr kreative Ader", stellt der Vorsitzende fest. "Gerade beim Weihnachtsmarkt war sie für uns eine große Stütze", ergänzt er.

"Ich bin sozialversichert und bekomme eine Aufwandsentschädigung", berichtet Zenner. Die Arbeit sei sehr abwechslungsreich. Besonders gut findet die Abiturientin, dass sie während der Praktikumszeit sämtliche Instrumente ausprobieren kann.

Ansprechpartner für Eltern

"Ich hätte zuvor nicht gedacht, dass es an dieser Institution solch vielschichtige und abwechslungsreiche Tätigkeiten gibt", resümiert die junge Frau nach drei Monaten. Das Betätigungsfeld reiche von Verwaltungsarbeiten, Pflege der Notenbestände über Organisation, Beratung der Schüler und Eltern bis hin zur Unterrichtsgestaltung. "Das ist eine gute Lernstube fürs spätere Studium und das anschließende Berufsleben. Ich würde das sofort wieder so machen", ist sie voll begeistert.

"Ich möchte die Zeit als Findung fürs Studium und Berufsleben nicht missen", betont die Praktikantin. Sie erwirbt an der Musikschule soziale Kompetenz und lernt, selbstständige zu arbeiten. "Dies bringt mir schon bis jetzt sehr viel", resümiert Zenner.
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