Zehn Jahre beieinander

Zünftig wird es immer, wenn die "Neisteder Zoiglmusi" mit Alfons Kistenpfennig, Franz Harrer und Dieter Seidl (vorne, von links) wie hier beim "Waldhauser" aufspielt. Zum zehnjährigen haben die drei ihre zweite CD mit dem Titel "A mal wos anders" veröffentlicht. Bild: prh

So mancher Musiker lässt sich gerne mit Obst vergleichen: Je reifer, desto süßer und besser. Auf drei Neustädter Früchtchen trifft das ganz besonders zu.

Das ist ohne Zweifel auchb bei der "Neisteder Zoiglmusi" und ihren unverwechselbaren Stil so. Wenn die drei auftreten, stehen 184 Jahre geballte Erfahrung auf der Bühne. Das merkt man auch an ihrer Musik. Einen Querschnitt haben sie zum zehnjährigen Bestehen auf eine CD mit dem Titel "A mal wos anders" gepresst.

Alfons Kistenpfennig (Gitarre, Gesang), Franz Harrer (diatonische "Quetsch'n", Gesang) und Dieter Seidl (Kontrabass, Gesang) passen zusammen wie die Faust aufs Auge. Sie haben einen ähnlichen trockenen Humor, sind gesanglich hervorragend aufeinander abgestimmt und zudem ausgezeichnete Instrumentalisten.

"Einer fängt an, und irgendwann sind wir dann schon beieinander", meint Kistenpfennig humorvoll. Jedes Jahr stehen die drei über 40 Mal auf den Bühnen von Regensburg bis Hof, von Eslarn bis Erlangen und sogar bis ins Hessische. "Wir könnten noch viel mehr Engagements annehmen, aber die Musik soll Hobby bleiben", bekennt Harrer.

Freude bei Senioren

Stolz sind die drei auf die jährlich fünf bis sechs unentgeltlichen Auftritte in Seniorenheimen. "Es ist immer wieder eine Freude, wie die alten Leute mit unserer Musik mitgehen", freut sich der Gitarrist. Gerngesehene Gäste sind die Neustädter auch beim Volksmusikstammtisch von OTV, beim Arberwaldradio und bei Radio Almrausch.

Zu den Höhepunkten ihrer Auftritte zählen sie das alljährliche Opening beim Bockbierfest der Brauerei Kummert in Amberg, den Kommunbrautag am 3. Oktober in Neuhaus und natürlich das Neustädter Bürgerfest. Wer Glück hat, kann sie in einer der Neustädter Zoiglstuben aufspielen hören. Dies geschieht dann immer völlig spontan.

Das Trio hat viel erlebt in den vergangenen zehn Jahren und jeder Akteur könnte ein Buch darüber schreiben. "Wir spielten einmal auf einem Polterabend in Regenstauf und wunderten uns, dass keine rechte Stimmung aufkam. Irgendwann erzählte man uns, dass die überwiegende Anzahl der Gäste internationale Moderatoren aus der ganzen Welt waren, die vom Bayerischen Rundfunk eingeladen waren und die unseren Dialekt nicht verstanden", erinnert sich Seidl.

Wegen des Dialekts verbiegen sie sich allerdings nicht. Das Oberpfälzische ziehen sie gnadenlos durch, auch im Frankenland. Das ist ein Teil der Originalität, die die Zoiglmusik ausmacht. Auch Witze und spontane Einlagen sind zu ihrem Markenzeichen geworden. Eins ist sicher: Wo sie auftreten, gibt's eine saubere Gaudi.

Außerdem überzeugen sie mit musikalischem Können und einem umfangreichen Repertoire. "Das hat sich in den zehn Jahren auch geändert. Mit reiner Volksmusik lockst du nicht mehr so viele Leute an", meint Harrer. Deshalb haben sie auch neben einheimischer, origineller Wirtshausmusik einige Evergreens und alte Schlager von den 50ern bis zu den 80ern in ihr Programm aufgenommen. Beim Publikum kommen sie damit bestens an.

Auftritt statt Probe

Zum Proben haben die drei wenig Zeit. Einer hat eine musikalische Idee, die häufig gleich in den nächsten Auftritt eingebaut wird. Ein weiteres Erfolgsgeheimnis der "Neisteder Zoiglmusi": Drei Instrumente und dreistimmige Sätze.
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