Biotonne kommt im Januar
Regierung setzt Landkreis Neustadt Frist

Zum Jahresbeginn 2017 will der Landkreis die Biotonne einführen. Sie ist für Obst- und Gemüsereste, Schnittblumen, Gras, Laub, Kaffeesatz und Eierschalen gedacht. Nicht eingeworfen werden dürfen Speise- und Lebensmittelreste aus tierischer Herkunft, Kadaver oder Textilien. Insgesamt rechnet der Landkreis mit jährlich etwa 2 500 Tonnen Bio- und 10 000 Tonnen Gartenabfällen. Bild: Götz

Die Regierung macht Druck und setzt dem Landkreis bei der Einführung der Biotonne eine Frist. Landrat Andreas Meier will noch drei Monate heraushandeln.

Eigentlich ist der Landkreis als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger schon seit 1. Januar 2015 verpflichtet, Bioabfälle getrennt vom Restmüll zu sammeln. "Soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist", erläuterte Hermann Ach im Umweltausschuss. Der Sachbearbeiter verwies auf den Beschluss des Ausschusses vom 11. Juni 2015, die Biotonne als Holsystem einzuführen.

Ergänzend votierte der Kreisausschuss am 3. August 2015 für ein 5240 Euro teures Gutachten. Demnach wollen die Kreise Neustadt und Tirschenreuth sowie die Stadt Weiden gemeinsam den Biomüll verwerten. Weil das Bundesumweltministerium dafür im Rahmen der Nationalen Klimaschutz-Initiative einen Zuschuss gibt, wurde dieser am 30. Juni 2016 beantragt. Der Förderbescheid steht aber noch aus, und so liegt das Projekt auf Eis. Der Zeitraum bis zur Realisierung muss entsprechend den Richtlinien mindestens zwölf Monate betragen. Frühester Termin ist also der 30. Juni 2017.

Trotzdem forderte die Regierung der Oberpfalz den Landkreis auf, ihr mitzuteilen, ab wann er endlich die Abfälle getrennt erfassen will. Da sich das Lobkowitzerschloss im Moment nicht dazu nicht im Stande sieht, fordert Regensburg den 1. September 2017. "Eine weitere Verschiebung wäre nicht darstell- und hinnehmbar."

Der Umweltausschuss beschloss jetzt folgenden Vorschlag für den Kreisausschuss:

EU-weite Ausschreibung der Getrenntsammlung und Verwertung von Bioabfällen aus Privathaushalten. Ziel der Einführung ist der 1. Januar 2017.

Keine separate Ausschreibung für den Osten, den Westen und die Mitte des Landkreises.

Trennung der Ausschreibung nach Sammlung und Verwertung. Eine Gesamtvergabe an den wirtschaftlichsten Bieter ist möglich.

Die Verträge laufen jeweils drei Jahre mit Verlängerungsoption.

Holsystem mit Tonnengrößen von 120, 180 und 240 Litern. Letztere entspricht der Altpapiertonne.

Die Grundstückseigentümer müssen sich die Gefäße kaufen.

Die Sammlung erfolgt im zweiwöchentlichen Turnus alternierend zur Restmüllsammlung.

In der Einführungsphase dürfen keine Nahrungs- und Küchenabfälle aus tierischer Herkunft in diese zusätzlich Tonne.

Und ganz wichtig für die vielen Eigenkompostierer: Sie brauchen keine Biotonne. Sie werden von einer Anschlusspflicht ausgeschlossen.
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