CSU nominiert Albert Rupprecht als Direktkandidat für den Bundestag
Nächster Halt: Berlin

140 von 149 Delegierten wollen Albert Rupprecht (links) wieder über das Direktmandat für die CSU in den Bundestag schicken. Darüber freut sich der Kandidat mit Weidens Vize-Kreisvorsitzendem Wolfgang Pausch und Tirschenreuths Kreischef Tobias Reiß (von rechts). Bild: phs

Spannend war es vor drei Monaten, als Reiner Meier zum Angriff auf das CSU-Direktmandat von Albert Rupprecht blies. Bekanntlich endete das als Schuss in den Ofen. Bei der Nominierungsversammlung für den Bundestagsabgeordneten am Montag geht Rupprecht trotzdem auf Nummer sicher.

Nachdem sich führende CSU-Köpfe aus Weiden und Neustadt schnell hinter Rupprecht und gegen Meier scharten, war es interessant, wie der Tirschenreuther Teil des Bundeswahlkreises 235 zu dem Albersriether steht. Offenbar kommt er zwischen Stiftland und Steinwald an. 140 von 149 Delegierten sprachen sich dafür aus, dass sich Rupprecht nochmal für die Direktfahrkarte nach Berlin anstellt.

Erleichtert, fast lässig, genoss der 48-Jährige das satte Votum nach der Auszählung in der Stadthalle Neustadt. Auf ein gutes Ergebnis hatte bereits der Beifall nach Rupprechts halbstündiger Bewerbungsrede hingedeutet. Ihr Tenor: Ich bin einer von euch, ich gestalte vor Ort mit. Rupprecht sprach seine Truppen direkt an: lieber Josef (Söllner), lieber Tobias (Reiß), lieber Andreas (Meier), lieber Stephan (Gollwitzer), liebe Andrea (Lang), lieber Wolfgang (Weber). Mit ihnen habe er erfolgreich Kämpfe gewonnen: um den Erhalt der Bundeswehr in Weiden, um erdverkabelte Stromtrassen, um Stellen beim Zoll in Waidhaus und Weiden.

Das Ergebnis könne sich sehen lassen, etwa an historisch niedrigen Arbeitslosenraten. "Das ist ein von fleißigen Menschen gemachtes Wunder." An dem habe aber auch die CSU mit gezaubert. Und er selbst, genoss er den Hinweis auf den Erhalt der GA-Förderung. "Darauf bin ich stolz. Ohne meine jahrelange Arbeit hätten wir das nicht mehr." Dadurch seien im Grenzland 1,4 Milliarden Euro Investitionen angestoßen worden. Die rechnete Rupprecht unter kräftigem Applaus in 3300 neue Arbeitsplätze um.

Auch im Bundesverkehrswegeplan seien seine Vorschläge 1:1 enthalten. Vergangene Woche habe er die Zusage bekommen, dass künftig der ICE nicht nur vorbeifährt, sondern in Marktredwitz, Weiden und Schwandorf auch anhält. 42 Millionen Euro zusätzliche Wirtschaftsförderung, ein Fraunhofer-Institut für Weiden und mehr Bafög. Ohne seinen Einfluss als bildungs- und forschungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion sei das alles nicht möglich, klopfte sich der Abgeordnete auf die Brust.

Dieses Selbstbewusstsein paarte er mit einer großzügigen Geste in Richtung des Beinahe-Rivalen Reiner Meier. "Ich gehe davon aus, dass du CSA-Spitzenkandidat wirst. Jetzt kommt es darauf an, dass dieser Kandidat gut auf der Liste platziert wird."

Dann gehe es gegen gemeinsame Gegner. Die Grünen zum Beispiel: "Ein Minister Anton Hofreiter ist unvorstellbar." Die AfD: "Nationalisten ohne Gestaltungskraft, die mit sich selbst beschäftigt sind." Und eine übermütige EU-Kommission: "Man kann nicht wie Herr Juncker alle 27 Mitgliedsstaaten in den Euro-Raum einladen."

Wenn er sich mal in ein Thema verbissen hat, ist keine Tür auf höherer Ebene vor ihm sicher.Landrat Andreas Meier über Albert Rupprecht


DelegierteWahrscheinlich im Januar 2017 entscheidet die CSU über ihre Bundestagskandidaten. Dabei kommt es auch auf den Listenplatz für den Tirschenreuther Reiner Meier an. Aus dem Bundeswahlkreis Weiden entscheiden folgende Delegierte mit: Stephan Gollwitzer, Reiner Meier, Andreas Meier, Wolfgang Pausch, Tobias Reiß, Albert Rupprecht.
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