Experten eifrig am Tüfteln
Ausbildungszentrum für Terrorschutz: Erstes Konzept bis in acht Wochen

Das bayerische Innenministerium macht Druck. Spätestens in acht Wochen muss das Bayerische Rote Kreuz die ersten Pläne für das Ausbildungszentrum für Katastrophen- und Terrorabwehr vorlegen.

In einer Telefonkonferenz erörterte Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk in dieser Woche mit dem Oberpfälzer Bezirkschef und den Geschäftsführern der BRK-Kreisverbände in der nördlichen Oberpfalz das Vorgehen. Demnach arbeitet der BRK-Landesverband zügig an der konkreten inhaltlichen Ausgestaltung der in Deutschland einmaligen Einrichtung, die auf Wunsch der Staatsregierung in der Nordoberpfalz entstehen soll.

"Wir müssen sehen, was genau gebraucht wird", erklärt Landesgeschäftsführer Stärk und nennt Hallen, Lehrsaalgebäude und Freiflächen. Ausschlaggebend sei auch, was die Staatsregierung bezahlen wolle. "Die Experten sind am Rechnen."

Erst wenn die Konzeptplanung feststehe, werden gemeinsam mit der Staatsregierung und den Gebietskörperschaften in der nördlichen Oberpfalz geeignete Standorte geprüft. Dabei seien Fragen der Verfügbarkeit von Freiflächen und der Erreichbarkeit ebenso von Bedeutung wie das Vorhandensein von Übernachtungsmöglichkeiten und der Zugang zu Übungsgewässern.

Der von den Landräten Andreas Meier (Neustadt) und Wolfgang Lippert (Tirschenreuth) sowie Oberbürgermeister Kurt Seggewiß (Weiden) angebotene Standort im Neuhauser Gewerbegebiet - hier unterhalten die zwei Landkreise und Weiden bereits das gemeinsame Atemschutzzentrum Nordoberpfalz - sei ein wichtiger Vorschlag und werde ernsthaft in die Planungen einbezogen, versichert Stärk. Es müssten aber auch Alternativen geprüft und in die fachliche Bewertung einbezogen werden.

Inzwischen haben die BRK-Kreisverbände Weiden/Neustadt und Tirschenreuth Schreiben nach München gesandt. Kreisvorsitzender Simon Wittmann und Geschäftsführer Franz Rath empfehlen Innenminister Joachim Herrmann mit Nachdruck den Standort Neuhaus. Sie verweisen auf die "sehr günstige Verkehrslage" direkt an der A 93 und der Staatsstraße 2181. Eine derartige Kooperation des BRK mit den örtlichen Verwaltungen und die Installation einer weiteren Einrichtung für den Katastrophenschutz wären ein wichtiger Lückenschluss für ganz Bayern.

Für den BRK-Kreisverband Tirschenreuth wandte sich Kreisvorsitzender Franz Stahl an BRK-Präsident Theo Zellner. Anders als Landrat Lippert steht Stahl, zugleich Tirschenreuther Bürgermeister, offenbar nicht 100prozentig hinter dem Standort Neuhaus: "Wir gehen davon aus, dass die konkrete Festlegung eines Standortes erst möglich sein dürfte, wenn ein fertiges Konzept vorliegt. Wenn sich zu diesem Zeitpunkt der Bedarf abzeichnet, einen geeigneten Standort zu suchen, stehen wir dir dazu sehr gerne zur Verfügung und unterstützen dich bei der Suche." Eventuell könnte das neue Ausbildungszentrum auch im Kreis Tirschenreuth untergebracht werden, sagte Stahl ergänzend dem NT.
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