Flüchtlingsunterkunft vorläufig geschlossen
Lindgrenhof macht Pause

Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch verschickte am Dienstag, 21. April, eine Pressemitteilung, wie gut zehn unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Pleysteiner Ortsteil Bibershof untergebracht seien. Kurz darauf stellte die Einrichtung den Betrieb vorläufig ein.

Der offizielle Grund lautet, dass der Trägerverein "Willkommen e.V." nicht mehr genügend pädagogisches Fachpersonal hat. Nach NT-Informationen sollen Angestellte wegen Differenzen mit Vorgesetzten aufgehört haben. Sabine Lagies erklärt es als Repräsentantin des Trägervereins so: "Am Montag, 20. April, haben in der Teamsitzung drei Mitarbeiter fristlos gekündigt. Weil noch Krankheitsfälle dazukommen, ruht der Betrieb."

Immer wieder Probleme

Sobald "Willkommen e.V." wieder qualifizierte Fachkräfte gewinne, könne der Lindgrenhof in Bibershof weiter als therapeutische Einrichtung für traumatisierte Jugendliche arbeiten. "Am liebsten hätten wir Leute mit psychiatrischer Vorbildung und nicht direkt frisch von der Uni."

Der Kreisausschuss hat darüber nicht nur in öffentlicher Sitzung gesprochen. Dem Vernehmen nach muss es in dem Heim für schwer traumatisierte Jugendliche öfter Polizeieinsätze wegen Schlägereien gegeben haben. Zudem seien die Schützlinge ab und an mal ausgerissen. Nach Angaben der Regierung der Oberpfalz sind diese zehn jungen Männer aus Krisengebieten wie Syrien, Afghanistan oder Somalia inzwischen auf Einrichtungen in ganz Bayern verteilt.

Die Vorkommnisse in Bibershof seien in therapeutischen Stätten keine Seltenheit, erklärt Lagies. "Die Jugendlichen sind auch nicht der Grund für die Kündigungen." Die Personaldecke sei von Haus aus dünn gewesen.

Eilentscheid des Landrats

Mit dem ruhenden Betrieb am Lindgrenhof wurde eine Eilentscheidung hinfällig, für die sich Landrat Andreas Meier stark gemacht hatte. Um keinen Zuschuss zu verpassen, hatte er bis 20. März beschließen müssen, wie die Gruppe aus Bibershof beschult werden soll.

Aus diesem Grund ging er eine Kooperation mit dem Kolping-Bildungswerk Regensburg ein, das in diesem Bereich reichlich Erfahrung hat. Die Klasse sollte in den Räumen der Volkshochschule Vohenstrauß unterrichtet werden, die dem Landkreis gehören. Die Fraktionen segneten diesen Eilentscheid des Landkreischefs nachträglich ab.
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