Gas nur noch bei großer Kälte
Grund- und Mittelschule werede an Nahwärmeversorgungsnetz des Landkreises angeschlossen

Sowohl die Grund- (links) als auch die Mittelschule sollen an das Nahwärmenetz des Landkreises angeschlossen werden. Anbieter ist die Baywa Energie GmbH, die künftig 80 Prozent der Wärme aus Hackschnitzel liefert. Bild: ms

Hackschnitzel statt Erdgas: Die Stadt setzt auf erneuerbare Energien. Die Grund- und die Mittelschule sollen ans Nahwärmeversorgungsnetz des Landkreises angeschlossen werden.

Markus Weber vom Institut für Energietechnik (IfE) der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden half dem Stadtrat bei der Entscheidungsfindung. Bisher werden die beiden Schulen mit Erdgas beheizt, künftig soll die Baywa Energie GmbH einen Großteil der Wärme liefern. Zu diesem Verbund gehören das Krankenhaus, die Realschule, das Gymnasium, das Berufsbildungszentrum und die Förderschule. Die Anbindung weiterer Interessenten sei möglich, informierte der Experte.

Weniger Kohlendioxid


Auf den ersten Blick scheint es einem Laien fast unmöglich, die Wirtschaftlichkeit der bisherigen Gasheizung mit dem neuen Wärmekonzept zu vergleichen. Dass der Gaspreis in letzter Zeit deutlich gefallen ist, macht die Sache nicht einfacher. Würde dieser Preis so niedrig bleiben, käme die Gasheizung auf Dauer billiger. Laut Weber ist aber der Wärmepreis für Hackschnitzel grundsätzlich als gut einzustufen. Der Vorteil der alternativen Energien lasse sich nicht von der Hand weisen, denn durch den Verzicht auf Erdgas lassen sich 110 Tonnen CO2 einsparen. Eine weiterer Pluspunkt sei die regionale Wertschöpfung. Das Angebot der Baywa bezieht sich auf 80 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs. Die restlichen 20 Prozent, die möglicherweise in Spitzenzeiten im Winter benötigt werden könnten, sollen weiterhin mit Gas abgedeckt werden.

"Das ist die wirtschaftlichste Lösung", erklärte Weber. "Die Gasleitungen sind ja vorhanden. Warum soll man sie nicht nutzen?" Die Stadträte hatten zwar ein paar technische Fragen, doch am Sinn und Zweck der Neuerung zweifelt niemand.

Stadt in Vorreiterrolle


Die Sprecher aller Fraktionen schlossen sich den Worten von Bürgermeister Rupert Troppmann an: "Eine Kommune sollte Vorreiter sein, wenn es darum geht, die Umwelt zu schonen." CSU-Sprecher Josef Arnold wies darauf hin, dass man beim Gaspreis den langjährigen Durchschnitt sehen müsse. "Das Angebot der Baywa ist für uns nur von Vorteil."

Auch Achim Neupert (SPD) und Gerhard Steiner (Freie Wähler) signalisierten grünes Licht. Die Anbindung ans Wärmenetz sei eine Investition in die Zukunft. Die Entscheidung, mit der Baywa einen Vortrag abzuschließen, fiel einstimmig.
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