Geld für Gemeinden
Schlüsselzuweisungen im Landkreis Neustadt

"Etwas mehr wäre schon recht gewesen, aber ich bin nicht unzufrieden", sagt Kreiskämmerer Alfons Bauer nach dem ersten Blick auf die Schlüsselzuweisungen für den Landkreis. Er bekommt 17,48 Millionen Euro aus München, fast genauso viel wie vergangenes Jahr. Bauer hat auf mehr gehofft, weil der Kreishaushalt 2016 wohl erstmals die 100-Millionen Euro-Grenze sprengen wird.

Neustadt/WN. (phs) Abgesehen von großen Posten wie den Jugendhilfeausgaben, schlagen für den Kreisetat, der im Frühjahr verabschiedet wird, auch die Personalkosten zu Buche. Das liegt weniger an Tariferhöhungen als an Neueinstellungen vor dem Hintergrund des Flüchtlingszustroms. "Doch das war absehbar", sagt der Kämmerer. Mehr schmerzt ihn das marode Dach der Realschulturnhalle. "Das war völlig ungeplant und kann uns schon eine halbe Million kosten."

Die 38 Städte und Gemeinden zwischen Eslarn und Kirchenthumbach bekommen zusammen 31,7 Millionen Euro. Das ist rund eine Million weniger als 2015. Eigentlich kein Grund zur Klage, denn dies spricht für eine stabile Wirtschaftslage im Landkreis.

Trotzdem fallen einige Ausreißer bei den Vergleichszahlen auf. So bekommt Waidhaus gar nichts mehr. "Das hat es noch nicht gegeben, seit ich 2011 Kämmerer geworden bin", sagt Karl Schmid. Der Grund sei aber nicht schwer zu verstehen. Die Zahlen fußen auf Berechnungen von 2014. Damals hat das Waidhauser Gaswerk als größter Gewerbesteuerzahler viel ans Rathaus überwiesen. Deshalb fehlen heuer die rund 360 000 Millionen aus München, die es letztes Jahr gab.

"Schade, das könnten wir wirklich gut gebrauchen", sagt Bürgermeisterin Margit Kirzinger. "Aber wir haben ja noch Reserven." Das Dilemma sei eher die hohe Kreisumlage. Zudem steht in Waidhaus die Marktplatzumgestaltung für geschätzte 2,3 Millionen Euro an.

Viermal nichts


Den stärksten Einbruch, fast 50 Prozent weniger, muss die Gemeinde Etzenricht verkraften. Rathauschef Martin Schregelmann hat damit gerechnet. "Das ist logisch, 2013 haben wir über eine Million Euro Steuerrückzahlung von Tennet bekommen." Dieser warme Regen vom Stromnetzbetreiber sorge dafür, dass sich die Schlüsselzuweisungen nun wieder auf einem normalen Level eingependelt hätten. Völlig leer gehen neben Waidhaus diesmal wieder Parkstein, Pirk und Weiherhammer aus, die große Gewerbesteuerzahler beherbergen.

Die höchste Summe vom Freistaat, fast fünf Millionen Euro, bekommt Grafenwöhr. Ausschlaggebend dafür dürften Amerikaner sein, die nicht in Kasernen wohnen. 2013 wurde die Einwohnergewichtung für kleinere Gemeinden erhöht und gleichzeitig der Großstadtzuschlag abgeschafft.
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