Gemeinderat erlaubt acht Meter Firsthöhe
Disskussion ums Dach

Bauplaner Wolfgang Kraus. Bild: bgm

Theisseil. (bgm) Eine ganze Reihe von Stellungnahmen hatten die Träger öffentlicher Belange zum Bebauungsplan Letzau "Kirchberg" abgegeben. Für Diskussionen sorgte die Neigungsrichtung von Pultdächern. Die Frage war, ob die Neigung nur parallel zum Hang verlaufen dürfe.

"Das gefällt mir nicht", machte Josef Herrlein seine Position deutlich. Das Problem: Verläuft die Neigung parallel zum Hang, zeigt die Dachfläche nach Norden und eignet sich kaum für Solar- oder Photovoltaikanlagen. "Dann kommen die Aufständerungen. Die sind so was von hässlich", sagte Herrlein. Das Landratsamt fürchtet dagegen eine zu wuchtige Wirkung der Häuser und will nur eine maximale Firsthöhe von sieben Metern auf der Nordseite zulassen. "Architektonisch ist das eine Katastrophe", teilt Karl Völkl die Einschätzung der Genehmigungsbehörde. Gegen seine Stimme beschloss der Rat die maximale Firsthöhe im Norden auf acht Meter zu erhöhen.

Bauplaner Wolfgang Kraus stellte die weiteren Stellungnahmen vor. Das Landesamt für Denkmalpflege verlangt, beim Auffinden von Bodendenkmälern innerhalb einer Woche das Landratsamt zu informieren. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten möchte keine Gartentore in Richtung der angrenzenden Felder und einen Mindestabstand der Bebauung von 15 Metern. Den um die Stellungnahmen ergänzten Plan segneten die Gemeinderäte ab.

Der Bebauungsplan erfordert eine Änderung des Flächennutzungsplanes. Einige der geplanten Parzellen gehen über die als allgemeine Wohnbebauung ausgewiesene Fläche hinaus. Das Landratsamt moniert die Verletzung des baurechtlichen Entwicklungsgebotes. Aus dem Flächennutzungsplan muss ein Bebauungsplan entstehen. Das Amt bestehe auf die Änderung. Anhörung und Abwägung von Stellungnahmen werden bis Anfang Februar 2017 dauern. Mit der Genehmigung des Landratsamts wird bis Anfang April gerechnet. Erst dann - gut zwei Monate später als geplant - kann der Bebauungsplan in Kraft treten. Der Änderung des Flächennutzungsplanes erteilte der Gemeinderat grünes Licht.

Ungerechte Systeme


Mit zwei Gegenstimmen entschied sich der Rat für die Beibehaltung des alten Systems der Straßenausbaubeiträge. "Bei einer Vorstellung bei einem Tagesseminar des Bayerischen Gemeindetages gab es die einhellige Meinung, dass uns die neue Methode keinen Schritt weiter bringt", erinnerte zweiter Bürgermeister Heribert Schiller. Günter Meißner befürchtet eine erneute Belastung der Bürger, sollte das neue System eingeführt werden. Das verhindere eine Frist von 25 Jahren, innerhalb der ein Anwohner nicht erneut bezahlen müsste, sagte Bürgermeisterin Marianne Rauh.

Karl Völkl ist über beide Varianten nicht glücklich: "Das Alte ist ungerecht und das Neue ist auch ungerecht. Für was soll ich da jetzt stimmen?" Herrlein warb für Großzügigkeit bei Stundungen und Ratenzahlungen. "Dann müssen wir uns eben mal zusammensetzen und festlegen, wo ein Härtefall beginnt", betonte Herrlein. Das fand auch die Bürgermeisterin.

Keine Einwände gab es gegen die Abstufung von Teilen der Edeldorfer Ringstraße zu einem beschränkt öffentlichen Weg.
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