Gemeinschaftsprojekt __
Gemeinsame Biogasanlage kommt nicht so bald

Stadt und Landkreis Straubing betreiben in der Gemeinde Aiterkofen, fünf Kilometer vor Straubing, eine gemeinsame Biogasanlage, die jährlich 13 000 Tonnen Biomüll in Energie umwandelt. Zusätzlich bereitet sie 23 000 Tonnen Grüngut in der Kompostieranlage auf. Etwas Ähnliches könnte in einigen Jahren als Gemeinschaftsprojekt in der Nordoberpfalz entstehen. Bild: Fotostudio Bernhard

Bei aller Euphorie etlicher Weidener Stadträte: So bald wird es eine gemeinsame Biogasanlage der Stadt zusammen mit den Landkreisen Neustadt und Tirschenreuth nach niederbayerischen Vorbild noch nicht geben.

"Das wird frühestens 2017 was. Wir haben ja noch nicht mal ein Sammelsystem", bremst Neustadts Landrat Andreas Meier. Er muss zunächst eine gesetzliche Vorgabe umsetzen und die Biotonne einführen. Schweren Herzens, denn der Landkreis strotzt vor Eigenkompostierern.

Die Tonne kommt im Laufe des nächsten Jahres über ein Holsystem. "Erst dann können wir sagen, wie viel wir kriegen, wie sich der Biomüll zusammensetzt und wie er verwertbar ist." Meier warnt davor, den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun. Weiden hat bereits entschieden, ein Fachbüro für das Projekt zu beauftragen (wir berichteten). "Ich habe auch mit meinem Kollegen Wolfgang Lippert in Tirschenreuth gesprochen. Ich schlage vor, jetzt erstmal in unseren Kreisen ein Sammelsystem zu etablieren und dann mit Weiden eine Studie in Auftrag zu geben, ob so eine gemeinsame Anlage wirtschaftlich zu betreiben ist." Denn eine Riesen-Biogasanlage mit organischen Abfällen von der Kartoffelschale über Küchenrollen-Papier bis zu Grasschnitt funktioniert anders als eine, die ein einzelner Bauer mit Maissilage beschickt.

Ohne höhere Gebühren


Für Meier ganz wichtig: "Das darf nicht zulasten der Gebührenzahler gehen." Weniger Priorität hat für ihn der Standort. "Da bin ich leidenschaftslos. Die Anlage muss dort stehen, wo die Wege kurz sind und wo sie wirtschaftlich ist." Bereits vor einigen Jahren hatte Meiers Vorgänger Simon Wittmann einmal die Deponie Kalkhäusl für Biogas ins Spiel gebracht.
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