Hauptsache unter der Erde
Landrat und Oberbürgermeister über Vorschläge für Gleichstromtrassen

Symbolbild: dpa

Am Computer muss die Lupe helfen, den Verlauf möglicher Gleichstromtrassen auf der Landkarte abzulesen. Doch das dürfte noch das geringste Problem sein, dass auf Netzbetreiber und Politiker in den nächsten Monaten zukommt.

Neustadt/Weiden. Da die offizielle Informationsveranstaltung für die Landräte und Bürgermeister erst am Mittwoch in Bayreuth geplant ist, hält sich Andreas Meier mit einer Bewertung noch zurück. Der Neustädter Landkreischef will die Informationen lieber erst ungefiltert vom Netzbetreiber Tennet hören.

Zu einem großen Teil sieht er die Strom-Kuh aber vom Eis, weil er in der Region "zu 100 Prozent" von Erdverkabelung ausgeht, auch bei schwierigen geologischen Verhältnissen. Wenn dann auch noch die Grundstückseigentümer angemessen entschädigt würden, könne keiner mehr von "Monstertrassen" sprechen.

Ob er selbst in seinem Landkreis eine Variante über Grafenwöhr oder Irchenrieth, über Pressath, Störnstein oder Windischeschenbach bevorzugt, ist dem Landkreischef nicht zu entlocken. Lieber lobt er das geschlossene Auftreten der CSU-Mandatsträger, die die Erdverkabelung durchgesetzt hätten. Gleiches schreibt SPD-Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch seinen Parteifreunden in einer Pressemitteilung zu.

"Die vorgelegten Varianten müssen nun breit diskutiert werden und letztlich dann die Variante gefunden werden, die am verträglichsten für Mensch und Natur ist und auch die Entwicklungsmöglichkeiten der Kommunen nicht behindert", gibt Meier die Devise für die kommenden Monate aus.

Das wird nicht einfach, schwant Weidens Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Mögliche Erdstränge führen an Neunkirchen oder Rothenstadt vorbei. Wichtig ist Seggewiß, dass sie gut eingebuddelt sind. Allein das zu erreichen, sei ein Kraftakt gewesen, lobt er sogar die bayerische Staatsregierung. "Wenn jetzt große Proteste weitergehen, obwohl das Maximale schon erreicht ist, verstehe ich die Welt nicht mehr."

Allerdings macht sich der Weidener OB keine Illusionen. "Jede Gemeinde hat Eigeninteressen. Die wird jeder gegen jeden ausspielen." Auch er sehe die Kabel lieber unter der Grafenwöhrer als unter der Weidener Erde. Dennoch hält er die Tennet-Vorschläge für konsensfähig.
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